4657 Personen ohne Job: 12,2 Prozent mehr als im Dezember · Milder Winter hat Zuwachs noch gebremst

Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen

Waldeck-Frankenberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im Vergleich zum Dezember deutlich gestiegen. Die Agentur für Arbeit registrierte im Januar 4657 Personen, die einen Job suchen. Das sind 505 mehr als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote stieg damit von 4,9 auf 5,4 Prozent. Dass der Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren dennoch geringer ausgefallen ist, führt Agenturchef Uwe Kemper auf die relativ milde Witterung zurück: „Wir haben ja erst seit wenigen Tagen Winter. Lange Zeit konnte also in den Außenberufen gearbeitet werden.“ Die Wetterlage sei vielen Handwerksfirmen entgegengekommen, habe jedoch bei den Hotel- und Gaststättenbetrieben für Umsatzausfälle gesorgt. Weiter viele Stellenangebote „Die aktuelle Lage entspricht den Erwartungen“, bilanziert Kemper. Mehr Arbeitslose im Januar sei aus Sicht der Arbeitsagentur keine Überraschung, sondern das Resultat eines saisonal üblichen Anstiegs. In den vergangenen fünf Winterperioden habe sich die Zahl der Jobsuchenden durchschnittlich um je 16,8 Prozent erhöht. Die Arbeitslosigkeit im Landkreis stieg im Vergleich zum Dezember 2013 nur um 12,2 Prozent. Im gesamten Agenturbezirk, zu dem auch der Schwalm-Eder-Kreis zählt, sind momentan 10 058 Personen ohne Beschäftigung gemeldet, 1136 mehr binnen Monatsfrist und 138 mehr im Jahresvergleich. Wie schon in den vergangenen Monaten böte der hohe Bestand an offenen Stellen (721) eine Fülle an Chancen, Arbeitsuchende in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Die hohe Zahl der Jobofferten in Waldeck-Frankenberg sei aber auch ein Indiz für die Schwierigkeit, Stellen- und Bewerberprofil auf einen Nenner zu bringen. Kemper: „Hier ist die Kompromissfähigkeit und die Bereitschaft zur Qualifikation von Arbeitgebern wie zukünftigen Arbeitnehmern gleichermaßen gefragt.“ Zwei Drittel der neu gemeldeten Stellen (524) stammen aus Branchen, die einen wesentlichen Teil der laut Kemper „guten regionalen Unternehmensstruktur“ bilden: verarbeitendes Gewerbe, Handel, Gesundheitswesen. Je länger die Jobsuche dauert, desto schwieriger gestaltet sich die Vermittlung: Vor diesem Hintergrund betrachtet Kemper die steigende Zahl von Langzeitarbeitslosen (länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung) als Alarmsignal. Ihre Jobchancen sollen mit speziell geschulten Mitarbeitern und Qualifizierungsprogrammen der Agentur deutlich verbessert werden. Weniger junge Arbeitslose2536 Menschen im Landkreis beziehen derzeit Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Das sind 82 mehr (3,3 Prozent) als im Vormonat und 23 (0,9 Prozent) weniger als im Januar 2013, wie Otto Richter, Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters Waldeck-Frankenberg auflistete. Um 18,2 Prozent gesunken ist im Jahresvergleich die Zahl der jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einen Arbeitsplatz suchen. Darüber zeigt sich Agenturchef Kemper zwar erfreut. Sorge bereitet ihm allerdings die Situation auf dem Lehrstellenmarkt. Drei Monate nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres sei die Zahl der unversorgten Bewerber deutlich angestiegen. Ein Grund dafür könnte sein, befürchtet Kemper, dass einige Betriebe die Suche nach Auszubildenden resigniert abgebrochen haben könnten, weil sie nicht fündig geworden sind. Er warb deshalb einmal mehr dafür, bei der Auswahl nicht allein die Zeugnisnoten als ausschlaggebendes Kriterium zu betrachten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare