Trotz Corona: Korbacher Agentur sieht stabilen Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen im Kreis sinkt im November erneut

Die Arbeitslosenquote steigt aufgrund der Corona-Pandemie.
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Trotz Corona: Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im November erneut gesunken.

In Waldeck-Frankenberg waren im November 3349 Menschen auf Jobsuche, 104 weniger als im Oktober, ein Minus von 3 Prozent. Aber es sind 580 Betroffene mehr als im November 2019, ein Plus von 20,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Punkte auf 3,8 Prozent.

  • Die Korbacher Agentur verzeichnet weniger Arbeitslose im November in allen Gruppen außer bei den Langzeitarbeitslosen.
  • Weniger offene Stellen wurden gemeldet.
  • Betriebe haben zehnmal mehr Kurzarbeit angemeldet als im Oktober.

Waldeck-Frankenberg – Auf dem heimischen Arbeitsmarkt mache sich die zweite „Corona-Welle“ noch nicht bemerkbar, berichtete der Chef der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper, am Dienstag. Vielmehr hätten sich im November fast alle Kennzahlen verbessert.

Trotz des „Lockdowns Light“ zeige sich der Arbeitsmarkt bislang stabil, sagte Kemper. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit von Oktober auf November falle deutlicher aus als in den Vorjahren, es seien mehr Menschen ins Erwerbsleben gewechselt als vor einem Jahr. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie würden gerade beim Vergleich zum Vorjahr deutlich – die Zahl der Arbeitslosen liege um 23,5 Prozent höher als 2019, bei den Langzeitarbeitslosen sei es ein starker Anstieg um 38 Prozent.

Selbe Quote im Bezirk

Im gesamten Agenturbezirk mit den beiden Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren 6990 Arbeitslose gemeldet, 321 oder 4,4 Prozent weniger als im Oktober, aber 1332 oder 23,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Quote sinkt ebenfalls um 0,1 Punkte auf 3,8 Prozent.

Lage in den Geschäftsstellen

Blick auf die drei Geschäftsstellen der Agentur im Kreis:

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren 1576 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 18 weniger als im Oktober, ein Minus von 1,1 Prozent. Aber es sind 235 mehr als vor einem Jahr, ein Plus von 17,5 Prozent. Die Quote liegt wie im Vormonat bei 3,8, das entspricht 0,6 Punkte mehr als November 2019.
  • In Frankenberg waren 1036 Arbeitslose gemeldet, 45 oder 4,2 Prozent weniger als im Oktober. Gegenüber November 2019 liegt der Anstieg bei 245 Betroffenen, ein Plus von 31 Prozent. Die Quote sinkt um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent, im November 2019 lag sie bei 2,7 Prozent. Nach Fritzlar-Homberg hat Frankenberg die niedrigste Quote im Bezirk.
  • In Bad Arolsen sind derzeit 737 Arbeitssuchende erfasst. Im Vergleich zu Oktober sind das 41 oder 5,3 Prozent weniger, im November 2019 waren allerdings 100 Betroffene weniger erfasst, das entspricht 15,7 Prozent. Die Quote sinkt im November um 0,2 Punkte auf 4,2 Prozent, im Vorjahr lag sie um um 0,6 Punkte niedriger.

Kurzarbeits-Anzeigen verzehnfachen sich

Wie sehr das Instrument der Kurzarbeit zur Stabilisierung des Marktes beitrage, zeige sich im November wieder deutlich, erklärte Kemper: Die Zahl der neuen Anzeigen habe sich gegenüber dem Vormonat verzehnfacht .

Die Zahl der Kurzarbeits-Anzeigen sei bis zum Stichtag 25. November deutlich gestiegen: Im Agenturbezirk haben 233 Betriebe Anzeigen für bis zu 1786 Beschäftigte neu eingereicht. Sie hatten bisher keine Kurzarbeit oder mindestens drei Monate keine mehr gemeldet, sie mussten sie daher neu anzeigen. Zum Vergleich: Im Oktober gab es 23 neue Anzeigen für bis zu 265 Beschäftigte.

Im Kreis haben im November 141 Betriebe für maximal 1268 Betroffene Kurzarbeit angemeldet - im Oktober waren es elf Unternehmen und bis zu 91 Betroffene.

Laut Hochrechnungen haben im Bezirk bis Juli 11 931 Beschäftigte in 1111 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Für den Kreis liegen Hochrechnungen bis Juni vor: Danach waren 11209 Beschäftigte in 792 Betrieben in Kurzarbeit – im Mai waren es 14.348 in 1035 Unternehmen.

Weniger offene Stellen

Der Zugang an offenen Stellen war im November im Korbacher Agenturbezirk rückläufig. In den beiden Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder wurden 653 Stellen neu gemeldet, 59 weniger als im Oktober. Insgesamt liegt der Bestand an offenen Stellen derzeit bei 2608.

In Waldeck-Frankenberg haben Betriebe im November 1449 offene Stellen gemeldet. Im Oktober waren es noch 1520, vor einem Jahr sogar noch 1737.

Fast alle Gruppen profitieren

Bei allen Gruppen sei die Arbeitslosigkeit gesunken, wobei die Jüngeren unter 25 Jahren mit 15,2 Prozent den höchsten Rückgang verzeichneten, sagte der Agenturchef. Bei ihnen sinke die Zahl der Arbeitslosen seit August: Derzeit suchten noch 673 Jüngere eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle, im August waren es noch 1086.

Mehr Langzeitarbeitslose

Gestiegen sei dagegen zum achten Mal in Folge die Langzeitarbeitslosigkeit. In der Grundsicherung und beim Arbeitslosengeld I seien in dieser Gruppe derzeit 1825 Menschen gemeldet, 17 mehr als im Oktober und sogar 503 mehr als noch im November 2019. (red/-sg-)

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