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Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im November leicht gesunken

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Agentur für Arbeit
Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im November leicht gesunken, die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 3,7 Prozent. © Sonja Wurtscheid

Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im November erneut leicht gesunken. Wie die der Korbacher Agentur für Arbeit am Mittwoch berichtete, waren 3198 Betroffene gemeldet, das sind zehn oder 0,3 Prozent weniger als im Oktober.

Waldeck-Frankenberg – Allerdings sind im November auch 454 Arbeitslose oder 16,5 Prozent mehr gemeldet als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verharrt unverändert bei 3,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei nur 3,1 Prozent gelegen.

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis:

Wenig Änderung bei den Arbeitslosenzahlen sieht die Korbacher Agentur auch in ihrem gesamten Bezirk, der die Kreise Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg umfasst. Dort waren im November 7026 Arbeitslose gemeldet, das sind sechs weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 3,8 Prozent.

Mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

Deutliche Unterschiede gebe es hingegen im Jahresvergleich, berichtet der Korbacher Agenturleiter Uwe Kemper: Im Bezirk seien derzeit 1249 Arbeitslose mehr registriert als im November 2021, damals betrug die Quote 3,1 Prozent. Dennoch hat der Bezirk nach wie vor die zweitniedrigste Quote in ganz Hessen, nur der ewige Spitzenreiter Bad Hersfeld/Fulda schneidet mit 3,2 Prozent besser ab.

Unterschiedliche Trends in den Gruppen

Die Arbeitslosigkeit bei den einzelnen Gruppen hat sich im November unterschiedlich entwickelt. Erneute Rückgänge verzeichnen diesmal nur drei Gruppen

Die Arbeitslosigkeit sei im November weniger stark gesunken als in den vergangenen fünf Jahren, erklärt Kemper. „Wir können derzeit nicht feststellen, dass wesentlich mehr Menschen aus einer Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit wechseln. Aber beim Abgang aus der Arbeitslosigkeit ins Erwerbsleben sehen wir gegenüber Oktober einen Rückgang um 18,6 Prozent.“

Vorsicht bei den Betrieben

Kemper sieht darin ein Zeichen der Vorsicht bei den Betrieben, die wegen der mit Unsicherheit behafteten wirtschaftlichen Lage möglicherweise mit Einstellungen etwas zurückhaltender seien als bisher.

Dies korrespondiere mit einer rückläufigen Zahl an offenen Stellen und einer leichten Zunahme bei neuen Kurzarbeits-Anzeigen. „Wir liegen zwar deutlich unter den Kurzarbeitszahlen der vergangenen zwei Jahren, aber über dem Niveau der Vor-Pandemie-Zeit“, sagt er. Insgesamt bewertet er den heimischen Arbeitsmarkt als robust: „Wie schon seit Beginn der Corona-Pandemie zeigt er sich widerstandsfähig gegenüber den aktuellen Herausforderungen.“

Der „Ukraine-Effekt“

Den deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres führt Kemper weiterhin im Wesentlichen auf den „Ukraine-Effekt“ zurück. Seit Juni werden die Flüchtlinge aus der Ukraine in den Jobcentern betreut, die Leistungen der Grundsicherung erbringen. Da sei die Arbeitslosenzahl innerhalb eines Jahres um fast 40 Prozent gestiegen, während sie bei den Beziehern von Geldern der Arbeitslosenversicherung leicht gefallen sei.

Weniger offenen Stellen

Die Zahl der offenen Stellen im Agenturbezirk ist im November um 182 auf 2430 zurückgegangen, ein Minus von sieben Prozent. Es sind aber 1434 Stellen weniger als vor einem Jahr, ein Minus von 37,1 Prozent.

Auch der Bestand im Kreis liegt mit 1242 Jobangeboten um 108 niedriger als im Oktober und um 874 niedriger als im November des Vorjahres.

Die Kurzarbeit

14 Betriebe im Bezirk haben bis zum 24. November neu Kurzarbeit angezeigt. Davon können bis zu 225 Mitarbeiter betroffen sein. Im Oktober waren es 24 neue Anzeigen für bis zu 374 Leute.

Zum Vergleich: Im Herbst 2019, also vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, gab es im Oktober und November zusammen 14 neue Kurzarbeitsanzeigen für bis zu 175 Beschäftigte.

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