Bessere Sicherheitsvorkehrungen

Zahl der Banküberfälle sinkt auch in Waldeck-Frankenberg

Banküberfall in Adorf
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Der Überfall auf die Waldecker Bank in Adorf am 2. Januar 2018 war bislang der letzte im Landkreis – aus gutem Grund.

Banken werden seltener das Ziel von Räubern - das Verhältnis von Beute und Risiko scheint zu unvorteilhaft geworden zu sein.

Waldeck-Frankenberg – Die Digitalisierung und der bargeldlose Zahlungsverkehr haben in Verbindung mit steigenden Sicherheitsvorkehrungen die Zahl der Banküberfälle in Hessen in den vergangenen 20 Jahren stark sinken lassen, berichtet Agata Barbagallo, Sprecherin des hessischen Landeskriminalamts (LKA). Waren es 2005 noch 74 registrierte Überfälle, sank die Zahl im Jahr 2010 auf 25. 2019 wurden vom LKA Hessen dann sogar nur noch 16 Banküberfälle erfasst.

Auch die Polizei im Landkreis Waldeck-Frankenberg bestätigt, dass die Zahl der Banküberfälle abnimmt: Waren es in den Jahren 2000, 2002, 2004, 2008 und 2009 noch je zwei Taten, kam es 2011, 2013, 2016 und 2018 nur noch zu je einer. „Diese Banküberfälle wurden allesamt aufgeklärt“, erklärt Kriminalhauptkommissar Dirk Richter: Sie wurden von Serientätern verbrochen, darunter einem Mann aus Erndtebrück, der nach dem Überfall auf die Waldecker Bank in Adorf auch dank der Ermittlungen der Korbacher Kripo festgenommen wurde. Ende 2018 wurde er verurteilt.

Er hatte ein Doppelleben als angeblicher Student geführt, letztlich wurde er wegen 20 Banküberfällen angeklagt und zu 13 Jahren Haft verurteilt. „Es ist meist ein bestimmter Täter-Typus: der Serienbankräuber. Wenn so einer festgenommen wird, hört das erst mal auf“, erklärt Richter.

Zudem entwickeln Banken in Abstimmung mit der Polizei Kassensicherungssysteme seit Jahrzehnten stetig weiter, so Barbagallo. Viele würden den Angestellten keinen oder nur zeitverzögerten Zugriff auf Banknoten erlauben. Kassenbereiche werden räumlich abgetrennt, größere Bargeldmengen würden sich in einem zeitschlossgesicherten Tresor befinden.

„Ebenfalls abschreckend wirken können auch die Videoüberwachungsanlagen in den Geldinstituten, die nach der Tat von der Polizei für die Fahndung des Täters eingesetzt werden“, sagt Barbagallo. Auch das Strafmaß für einen bewaffneten Raubüberfall auf ein Geldinstitut sei hoch – und die gute Aufklärungsquote schrecke ab, ergänzt Richter. (Wilhelm Figge und Maurice Morth)

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