Noch keine Schließungen

Zahl der Schüler an Förderschulen in Waldeck-Frankenbeg geht zurück

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Sie fördern Inklusion: Cornelia Schönbrodt, Leiterin der Ortenbergschule in Frankenberg, und Timo Scheidtweiler vom Beratungs- und Förderzentrum Waldeck-Frankenberg.

Weniger Kinder und Jugendliche besuchen öffentliche Förderschulen in Waldeck-Frankenberg. Waren es im Schuljahr 2009/10 noch 577 Schüler, wurden 2018/19 nur noch 380 verzeichnet.

Waldeck-Frankenberg – Der Rückgang der Schüler an Förderschulen ist dabei auf das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 zurückzuführen. Das berichtet Doris Braun-Grimmelbein, stellvertretende Amtsleiterin des Staatlichen Schulamtes in Fritzlar, für den Landkreis Waldeck-Frankenberg und den Schwalm-Eder-Kreis.

Doris Braun-Grimmelbein vom Staatlichen Schulamt in Fritzlar.

In der UN-Konvention geht es um Inklusion – im Bereich Bildung sollen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. „Das Konzept der Konvention für den Bereich schulische Inklusion wird in Hessen seit dem Jahr 2011 umgesetzt und seit 2016 durch inklusive Schulbündnisse erweitert“, sagt Braun-Grimmelbein. 

Wenn für einen Schüler der Anspruch auf sonderpädagogische Förderung besteht, haben Eltern die Wahl – das Kind kann entweder am inklusiven Unterricht in einer Regelschule teilnehmen oder an einer Förderschule unterrichtet werden. „In Waldeck-Frankenberg sollen alle Regelschulen die Möglichkeit zur inklusiven Beschulung geben. Nur dort, wo spezielle Voraussetzungen notwendig sind, die an dieser Schule nicht errichtet werden können, muss derjenige Schüler auf eine andere Schule ausweichen“, teilt der Landkreis mit. 

Insgesamt würden sich immer mehr Eltern von Kindern mit einer Beeinträchtigung für inklusiven Unterricht in einer allgemeinen Schule entscheiden, berichtet Braun-Grimmelbein. „Gleichwohl machen Eltern von ihrem Wahlrecht insbesondere in den Fällen Gebrauch, in denen umfassende und schwerwiegende Beeinträchtigungen eine sehr spezielle, räumlich-sächliche oder auch personelle Ausstattung notwendig erscheinen lassen.“ Dann würden sich Eltern eher die Aufnahme in einer Förderschule wünschen.

Öffentliche Förderschulen mussten aufgrund der rückläufigen Zahlen bisher nicht geschlossen werden. „Der Landkreis sieht sich in der Verantwortung, weiterhin Förderschulen anzubieten. Der Erhalt ist daher nicht in Frage gestellt“, teilt der Kreis mit. (Von Julia Henniges)

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