Resolution an den Landkreis übergeben

Das Ziel ist: Mehr Wasser im Edersee in den Sommermonaten

Mit 189,6 Millionen Kubikmeter Wasser ist der Edersee aktuell zu 95 Prozent gefüllt. Damit der See vor allem in den Sommermonaten über ausreichend Wasser verfügt, um touristisch attraktiv zu bleiben, wurde nun eine Resolution an den Landkreis Waldeck-Frankenberg übergeben.
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Mit 189,6 Millionen Kubikmeter Wasser ist der Edersee aktuell zu 95 Prozent gefüllt. Damit der See vor allem in den Sommermonaten über ausreichend Wasser verfügt, um touristisch attraktiv zu bleiben, wurde nun eine Resolution an den Landkreis Waldeck-Frankenberg übergeben.

Mit 189,6 Millionen Kubikmeter Wasser ist der Edersee aktuell zu 95 Prozent gefüllt. Das entspricht einem Wasserstand von 244,07 Metern – der Vollstau ist bei 244,97 Metern erreicht. Damit der See vor allem in den Sommermonaten über ausreichend Wasser verfügt, um touristisch attraktiv zu bleiben, wurde nun eine Resolution an den Landkreis Waldeck-Frankenberg übergeben.

Dr. Edgar Schmal redete bei der Übergabe auch nicht lange drum herum. „Nach 2017 wurden nach vielen Informationsveranstaltungen und Konferenzen zwar Änderungen im Bewirtschaftungssystem des Edersees beschlossen. Im Ergebnis müssen wir aber feststellen, dass diese für den See keinen Erfolg brachten“, sagte der Bad Wildunger Stadtverordnetenvorsteher am Mittwoch im Korbacher Kreishaus.

Dort übergab er die Resolution zur Wasserbewirtschaftung des Edersees zusammen mit den vier Bürgermeistern aus den Edersee-Anrainerkommunen Edertal, Vöhl, Waldeck und Bad Wildungen an Landrat Dr. Reinhard Kubat und den Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese.

Wie berichtet, war die Resolution zuvor in allen Parlamenten der vier Kommunen verabschiedet worden. „Mit der heutigen Übergabe appellieren wir an den Landkreis, sich zusammen mit den vier Edersee-Gemeinden aktiv bei Land und Bund für eine geänderte Wasserbewirtschaftung einzusetzen. Das oberste Ziel lautet: Im Edersee muss in den Sommermonaten künftig ausreichend Wasser vorhanden sein“, so Dr. Schmal.

Der Stadtverordnetenvorsteher, der die Resolution federführend erarbeitet hat, betonte zudem: „Der Edersee stellt für die heimische Bevölkerung eine Hauptattraktion für die Freizeitgestaltung dar – nicht zu unterschätzen ist hierbei auch, was der See für einen positiven Einfluss auf den Wohnwert hat.“ Neben dem Upland sei die Ederseeregion zudem der touristische Höhepunkt des Landkreises. „Deshalb beabsichtigen die Edersee-Gemeinden Vöhl, Waldeck, Edertal und Bad Wildungen eine enge Zusammenarbeit unter dem Titel Erlebnisregion Edersee.“

Ein Ärgernis sei es jedoch, wenn der Edersee schon sehr früh im Sommer einen Wasserstand aufweise, der seine Nutzung für Freizeit und touristische Zwecke nur noch sehr eingeschränkt ermögliche. Das Problem seien nicht die trockenen Sommer an sich, sondern der hohe Wasserabfluss zur Anhebung des Wasserstands in der Weser. Durch eine kontinuierliche geringe Wasserabgabe müsse erreicht werden, dass der Edersee mindestens bis zum 15. August eines Jahres einen akzeptablen Wasserstand von beispielsweise 125 Millionen Kubikmeter habe. Als einer der ersten Schritte für die unmittelbare Zukunft solle deshalb der Vorschlag des Regionalverbandes Eder-Diemel umgesetzt werden.

Dieser sieht vor, nach Unterschreiten der Triggerlinie (175 Millionen Kubikmeter) um 50 Millionen Kubikmeter, also ab einem Wasserinhalt von 125 Millionen Kubikmetern, die hohen Wasserentnahmen für vier Wochen auszusetzen und nur noch die Mindestmenge von sechs Kubikmetern pro Sekunde abzulassen. „Letztlich führt ein sparsamer Umgang mit dem Ederseewasser auch zu einer Verlängerung der Saison der Schifffahrt auf der Weser, die 2020 trotz umfangreicher Stützungsmaßnahmen ja frühzeitig eingestellt werden musste“, so Dr. Schmal.

„Wir sehen die Resolution als Auftrag“

Wir fassen die Resolution als einen Auftrag auf und werden als Landkreis die darin enthaltenen Argumente an die entsprechenden, übergeordneten Stellen weitertragen“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat. Zunächst sei hierbei das Regierungspräsidium der erste Ansprechpartner, weil von dort aus die Edersee-Steuerung erfolge. „Wenn wir zudem die Möglichkeit sehen, an den Bund heranzutreten, werden wir das tun – wohlwissend, dass wir es mit einer komplexen Fragestellung zu tun haben.“ Was sich am heutigen Tag der Resolutionsübergabe möglicherweise leicht anhöre, werde allerdings den Teufel im Detail tragen. „Aber wir als Landkreis positionieren uns bei dieser Fragestellung ganz klar als Partner der Kommunen.“

Vöhls Bürgermeister Karsten Kalhöfer betonte, dass es das gemeinsame Ziel aller Bürgermeister der Edersee-Gemeinden sei, im Sinne des Tourismus und des Freizeitwerts, das Wasser im See so lange wie möglich auf einem ausreichenden Niveau zu halten. Dies gelte natürlich vor allem in den Sommermonaten. Der Edertaler Verwaltungschef Klaus Gier wies in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung am Edersee hin. Ralf Gutheil, Bürgermeister in Bad Wildungen, sprach von einer guten Chance, die die Resolution biete. Schließlich sei eine veränderte Wasserbewirtschaftung nur zu erreichen, wenn alle Edersee-Anrainer mit einer Stimme sprechen.

Waldecks Bürgermeister Jürgen Vollbracht wies zudem darauf hin, dass man die Edersee-Region insgesamt nach vorne bringen wolle. Daher sei man auch gezielt an den Landkreis herangetreten, um dies gemeinsam zu erreichen.

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