Waldeck-Frankenberg

Ziel: Ruhe ins Geschäft bringen

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- Waldeck-Frankenberg (den). Große Unsicherheit und minimale Nachfrage: Die Schweinelandwirte im Landkreis sehen sich in Zeiten von giftigem Dioxin und schlechtem Futtermittel vor große Herausforderungen gestellt.

Noch ist im Stall von Hubertus Jäger alles beim Alten. Die Mahlzeiten für die Schweine werden pünktlich gereicht und die Auslastung der drei Stallgebäude ist gut. Doch wenn die Nachfrage und damit die Schweine- und Ferkelpreise weiter schwinden, könnte die Luft für den Familienbetrieb dünner werden.

1800 Sauen und Eber finden auf dem Strother Redhof Platz. Pro Jahr kommen und gehen ­etwa 4500 Schweine. Damit gehören die Jägers zu den größeren Betrieben im Umfeld. „Die Differenz pro Monat, die wir im Moment weniger einnehmen, liegt bei 1500 bis 2000 Euro“, stöhnt Jäger. Innerhalb von einer Woche war der Schlachtpreis um 23 Cent gesunken. 1984 hatte er von seinem Vater den Betrieb übernommen. „Seitdem habe ich solch einen Preisverfall noch nicht erlebt“, sagt der Strother Landwirt.

Auf das gesamte Jahr gesehen seien Schwankungen von rund einem Drittel normal. 80 Prozent des Futters stammt vom eigenen Hof. „Neben unserer Gerste und dem Weizen verfüttern wir auch Sojaschrot aus Südamerika und Mineralfutter. Ich habe inzwischen Bestätigungen von meinen Lieferanten bekommen, dass sie keinen Kontakt zu den Firmen hatten, die diesen Fall ausgelöst haben.“ Hubertus Jäger hofft mit Ehefrau Elke, dass die sinkende Nachfrage nur eine kurze Zeit andauert. „Ein halbes Jahr lang können wir das nicht stemmen“, sind sie sich einig. Der Markt sei vor den aufgedeckten „Schweinereien“ in Niedersachsen „super gelaufen“. Nun sei aber „das ganze Marktgeschehen zusammengebrochen“.

Eines steht für Hubertus ­Jäger, der die weitere Entwicklung abwarten will, aber bereits fest: „Dieser Skandal muss jetzt schnell aufgeklärt werden. Die Leute sollten zur Rechenschaft gezogen werden, damit wir wieder Ruhe ins Geschäft bringen können.“ Die Kontrollen auf ­ihrem Hof seien wie bei den ­übrigen Landwirten äußerst dicht.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Samstag, 22. Januar auf unserer Themenseite "Dioxin".

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