Detlef Ückert nach 43 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Zimmermann in Polizeiuniform

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Korbach - Nach 43 Jahren in Uniform: Die Waldeck-Frankenberger Polizei hat Detlef Ückert (Bömighausen) gestern mit einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet.

Die Waldeck-Frankenberger kennen ihn auch als Kreisschützenmeister, Schützenkönig, Ortsvorsteher, Parlamentschef, Skilangläufer und engagierten Elternsprecher bis auf Bundesebene: Fürs Ehrenamt hat Detlef Ückert jetzt noch etwas mehr Zeit. Hubertus Hannappel, Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, verabschiedete den Polizeihauptkommissar gestern in den Ruhestand. „Wir verlieren ihn ungern als Mitarbeiter“, sagte Hannappel bei einer Feierstunde im Saal des früheren Kreishauses.

Ückert selbst fiel der Abschied schwer: Seine Dienstzeit hatte er bereits freiwillig um ein Jahr verlängert, mehr lässt der Gesetzgeber nicht zu. Dabei war die Polizeikarriere zunächst gar nicht vorgezeichnet: Ückert ist in Willingen/Stryck aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach der Schulzeit schloss er eine Lehre als Zimmerer in Usseln mit der Gesellenprüfung ab. Erst 1969 ging er zur Polizei, zunächst in Kassel. 1975 kam er nach vielen Versetzungsgesuchen zur Polizeistation in Korbach. „Das war endlich die Dienststelle, die ich mir schon immer gewünscht hatte“, sagte Ückert, der seit vielen Jahren im Willinger Ortsteil Bömighausen lebt. 1977 wechselte er in den Verkehrsdienst.

Olympische Spiele 1972

Doch auch außerhalb des Landkreises war der Polizist im Einsatz: Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war er als Mitglied des „Ordnungsdienstes“ dabei. „Das war besonders schön, weil man alle sonst abgesperrten Bereiche im olympischen Dorf oder in den Sportstätten betreten durfte“, erinnert sich Ückert. Doch ein Anschlag überschattete die Spiele: Palästinensische Terroristen überfielen die israelische Olympia-Mannschaft, nahmen Sportler als Geiseln. Ein Blutbad folgte. Ückert erlebte die Trauerfeier im Stadion mit.

Viele Einsätze absolvierte Ückert an der „Startbahn West“ in Frankfurt, wo Anfang der 80er-Jahre Tausende Menschen demonstrierten. „Manchmal war es so, dass ich einfach nur noch Angst hatte. Die hohe Gewaltbereitschaft der Demonstranten war schwer einzuschätzen“, sagte Ückert.

Ein sechsmonatiger Einsatz bei der Expo 2000 in Hannover ist Ückerts persönliches Glanzlicht: „Sechs Monate in Hannover mit vielen Kollegen aus ganz Deutschland. Unterschiedliche Besucher aus der ganzen Welt und die Ausstellung, die man mal eben schnell besuchen konnte“, schwärmt der Bömighäuser.

Für Sicherheit sorgte Ückert auch beim Papstbesuch 1980 in Fulda, bei Willy Brandt und Holger Börner, die im Upland wanderten, bei Helmut Kohl in Korbach oder Angela Merkel in Volkmarsen. „Drei Hessentage im Landkreis in Frankenberg, Korbach und Bad Arolsen zählen natürlich auch dazu“, sagte Ückert.

Hannappel beschied ihm Zuverlässigkeit und im Auftreten eine Bescheidenheit im positiven Sinne. Ückert sei offen für neue Erfahrungen und habe sich vielfach weitergebildet. „Er hat die Polizei auch aufgrund seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten positiv nach außen vertreten.“

„Ein Langläufer“

Viele Wegbegleiter waren zur Feierstunde gekommen. Unter ihnen Alfons Georg Hoff, Polizeipräsident Osthessens, Jörg Dämmer vom Personalrat und Willingens Bürgermeister Thomas Trachte. Landrat Dr. Reinhard Kubat bezeichnete Ückert als einen „Langläufer, der seine Kräfte wohl zu dosieren vermag“. Ottmar Müller, Leiter des Verkehrsdienstes, und Sandra Theiß überreichten ihrem Kollegen Fotos der gemeinsamen Zeit. Er hoffe jetzt auf mehr Zeit für Familie, Haus und Garten, sagte Ückert.

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