Unterwegs mit Hund „Diego“

„Zu Fuß zu Werder“: Florian Mohr macht bei Spendenlauf Halt in Frankenberg und Korbach

Florian Mohr und Hund Diego (Mitte im Vordergrund) wurden vor dem Rathaus in Frankenberg empfangen. Mit dabei waren Bürgermeister Rüdiger Heß (links) und Unterstützer Thomas Dippel (rechts). Auch der Waldecker Werder-Bremen-Fanclub unterstützte die Aktion.
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Das Etappenziel erreicht: Florian Mohr und Hund Diego (Mitte im Vordergrund) wurden vor dem Rathaus in Frankenberg empfangen. Mit dabei waren Bürgermeister Rüdiger Heß (links) und Unterstützer Thomas Dippel (rechts). Auch der Waldecker Werder-Bremen-Fanclub unterstützte die Aktion.

470 Kilometer zu Fuß in 14 Tagen: Viel Unterstützung hat der Spendenlauf von Florian Mohr erhalten, in Frankenberg und Korbach wurde er gleich auf mehreren Wegen gebührend empfangen.

Frankenberg – „Zu meinem 40. Geburtstag hatte ich mir etwas Besonderes vorgenommen“, erzählte Mohr. Ein Spendenlauf für den guten Zweck sollte es werden, den er eigentlich schon im vergangenen Jahr bestreiten wollte, doch die Corona-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

In diesem Frühjahr sollte die Aktion aber kein zweites Mal ausfallen. Der Fan des Fußballbundesligisten Werder Bremen startete am 28. März in seinem Wohnort Dornheim in Südhessen mit dem außergewöhnlichen Fußmarsch, am 10. April möchte er dann das Weserstadion in Bremen erreichen. Er läuft für seinen Verein, daher auch das Motto: „Zu Fuß zu Werder“.

Die Aktion ist ein Erfolg. Das ursprüngliche Spendenziel von 25 000 Euro hat der 41-Jährige, der als Polizist in Darmstadt arbeitet, schon lange übertroffen „38 000 Euro haben mich bereits erreicht, neues Ziel sind nun 40 000 Euro.“

Mit dieser Unterstützung hat Mohr nicht gerechnet: „Das Projekt begann klein, mittlerweile nimmt es immer größere Ausmaße an. Ich bin in Kontakt mit Werder Bremen und erhalte sogar Spenden aus Österreich und Finnland.“

Am Stadtrand mit Blaulicht begrüßt

Auch in Waldeck-Frankenberg wurde er unterstützt. Die Frankenberger Polizei begrüßte den südhessischen Kollegen am Stadtrand mit Blaulicht, Bürgermeister Rüdiger Heß empfing ihn in der Altstadt. Dort wartete vor dem Rathaus eine Überraschung auf den Reisenden. Es ertönten Werder-Bremen-Fangesänge, der Fanclub „Waldecker Ostkurve“ reiste an und tauchte den Vorplatz in grün-weiß. „Über das Internet sind wir auf das Projekt aufmerksam geworden, spontan haben wir uns zusammengetrommelt“, sagte Fanclub-Mitglied Sebastian Ritter. „So ein Einsatz hat es verdient, unterstützt zu werden. Werder Bremen ist eine Familie.“

Von einer „enormen Leistung“ sprach der Bürgermeister. „Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen und dieser Aktion für den guten Zweck“, sagte Heß und beteiligte sich – genau wie die Frankenberger Polizei sowie die Mitglieder des Fanclubs – mit einer Spende.

Unterstützt wurde Mohr auch von Thomas Dippel. Über Facebook wurde der Frankenberger auf den Spendenlauf aufmerksam und erfuhr, dass der Werder-Fan einen Schlafplatz suchte. Dippel bot deshalb sein Gästezimmer an. Eine Selbstverständlichkeit für den Eintracht-Frankfurt-Fan: „Das ist eine klasse Aktion, bei der es sich zu helfen gehört.“

Mit diesem Support hatte der Sportler nicht gerechnet. „Für die Überraschungen in Frankenberg bin ich sehr dankbar, so wurde ich bisher noch nicht empfangen. Ich habe Gänsehaut“, betonte Mohr. Mit seinem Hund Diego, der nach der brasilianischen Werder-Legende benannt ist, werde er nun die etwa 300 noch verbleibenden Kilometer in Angriff nehmen.

Auch Arbeitskollegen begleiten den Spendensammler

Am Karfreitag ging es für Florian Mohr von Frankenberg weiter nach Korbach – über Sachsenberg und Lichtenfels, immer auf Feld- und Waldwegen. Die Touren hat der südhessische Werder-Fan so geplant, dass er 35 Kilometer pro Tag möglichst nicht überschreitet.

In Korbach kam er früher an als geplant. Auch ist meistens ein Arbeitskollege oder Freund als Begleiter im täglichen Wechsel dabei. Arbeitskollege Torsten hat ihn auf der Strecke nach Korbach begleitet – und natürlich sein Hund Diego, der es genießt, in der freien Natur herumzutollen und abends entsprechend platt ist.

Zu Fuß zu Werder mit Station in Korbach: Angela Klein und Ulrich Zabel (beide vom Hotel Goldflair) mit Florian Mohr und dessen Hund Diego (von links).

Auch Florian Mohr merkte bei seiner Ankunft in Korbach die sechs Tage in Füßen und Beinen. Am Abend wollte eine Bekannte vorbeikommen und ihn physiotherapeutisch wieder fit machen.

Am darauffolgenden Samstag ging es dann weiter über Adorf bis Marsberg, dann am Sonntag nach Paderborn. Von unterwegs meldete er glücklich über Facebook: „Die 40 000 Euro sind erreicht“, aber er habe auch mit muskulären Problemen zu kämpfen. In Bremen will er am 10. April ankommen, ins Stadion darf er beim Heimspiel gegen RB Leipzig an diesem Tag leider nicht.

Familie Zabel vom Hotel Goldflair hatte Florian Mohr übrigens die Übernachtung in der Kreis- und Hansestadt spendiert. Das Hotel ist für Touristen aktuell am Wochenende geschlossen. So hatte der Werder-Fan das ganze Haus für sich und durfte im Themenzimmer „Golden Retriever“ übernachten. (skr/os)

Hierfür wird gespendet

Bei seinem Lauf nach Bremen sammelt Florian Mohr Spenden für die Kinderkrebshilfe Mainz, Bärenherz (Stiftung für schwerstkranke Kinder), die Stiftung „Werder tut gut“, die Darmstädter Hilfe und den Tiergnadenhof Keller-Ranch. Privatpersonen, Vereine, Firmen und Fan-Clubs haben sich bereits beteiligt. Auf Facebook und Instagram kann jeder den Lauf des Werder-Fans verfolgen und das Neueste über seine Touren und Erlebnisse erfahren. 

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