Familie Bracht aus Rhoden hat ein 200 Jahre altes Fachwerkhaus grundsaniert und modern ausgebaut

Alt und Neu zukunftsweisend verbunden

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- Drei Jahre hat es gedauert, bis aus einem 200 Jahre alten Fachwerkhaus ein modernes und zukunftsfähiges Zuhause für die Familie wurde: Doris Flamme-Bracht und ihr Mann Markus aus Rhoden hatten Mut zur Grundsanierung.

Von Marianne Dämmer

Diemelstadt-Rhoden. Es war der Wunsch von Doris Flamme-Bracht, ihr 200 Jahre altes Elternhaus neu auszubauen und auf einen modernen Standard zu bringen. Und nach dreijähriger Sanierung sagt sie: „Wir bereuen es nicht.“ Bestimmt wären sie mit einem Neubau schneller fertig gewesen, sagt die 40-Jährige. Doch ihr Herz hing an dem Fachwerkhaus und dem historisch gewachsenen Umfeld – eine ruhige Straße, gesäumt von alten Fachwerkhäusern, mitten in Rhoden. Sie konnte ihren Mann Markus Bracht von dem ambitionierten Projekt überzeugen – und die Arbeit begann.

Zeitgemäßes Wohnen

Der einzige Wermutstropfen bei der Umsetzung sei die „etwas langwierige Bereitstellung der Fördermittel“ aus dem städtebaulichen Denkmalschutz gewesen. Wenn es um Landes- und Bundesmittel gehe, würden die Formalien etwas länger dauern, erklärt Kreisdenkmalpfleger Walter Schumann. Und bevor die Mittel nicht bewilligt sind, darf nicht mit dem Bau be-gonnen werden. „Der Mut wird dadurch manchmal etwas ausgebremst“, gibt Schumann zu. Doch Brachts blieben mutig – und erhielten für die grundlegende Sanierung schon viele gute Noten: „Das Haus ist ein Beispiel dafür, wie in einem alten Gebäude modernes, zeitgemäßes Wohnen möglich werden kann. Auch eine Expertenkommission des städtebaulichen Denkmalschutzes, die im Sommer 2010 in Rhoden tagte, hat das Haus als gutes Beispiel hervorgehoben“, sagt Schumann.

Um dem Gebäude eine Zukunft zu geben, die sich auch gut mit den Ansprüchen der vierköpfigen Familie verträgt, wurde es fast vollständig entkernt. Der alte Dachstuhl wurde abgerissen und ganz neu aufgebaut.

Mehr Licht und viel Platz

Mehr Licht kam durch eine freiere Aufteilung der Räume und mehr Fenster ins Haus – mehr Platz schufen Brachts, indem sie ein altes Gebäudeteil abrissen und durch einen neuen Anbau ersetzten. „Wir bekamen problemlos die Erlaubnis, auch eine baufällige Scheune abzureißen, die neben dem Fachwerkhaus stand“, erklärt Doris Flamme-Bracht.

Durch den Abriss entstand Platz für einen Garten, der für die junge Familie mehr Lebensqualität bringt: Raum zur Erholung für die Eltern und zum Spielen für den neunjährigen Eric und den 16 Monate alten Ian. Auch eine Doppelgarage wird noch gebaut, um in der Straße wieder für eine bauliche Dichte zu sorgen – und zugleich für Privatsphäre im Garten.

Für den Umbau arbeiteten Brachts mit einem Architekten und verschiedenen Firmen zusammen, erbrachten als Handwerkerfamilie aber auch viel Eigenleistung. Vor allem beim Abriss und dem Innenausbau legten Familienmitglieder fleißig Hand an, erklärt Doris Flamme-Bracht. Dennoch bewegen sich die Kosten in einem Rahmen, der auch einen Neubau auf der grünen Weise möglich gemacht hätte. Der wäre für das investierte Geld allerdings deutlich kleiner als 200 Quadratmeter ausgefallen, sagt Walter Schumann.

Behindertengerecht gebaut

Trotz des großzügigen Wohnraums, der durch die Umbau-. und Sanierungsarbeiten gewonnen wurde, hat das Fachwerkhaus seinen ursprünglichen Charakter behalten. Brachts haben Altes mit Neuem geschmackvoll verbunden: Die Flurzone ist nachvollziehbar geblieben, die Fenster passen zum Fachwerk. Eine Innenwanddämmung mit Steinwolle lässt außen das Holzkonstrukt weiterhin wirken.

Das tägliche Wohnen findet im Erdgeschoss statt – dort haben eine moderne Küche, Ess- und Wohnzimmer sowie ein Gäste-WC Platz gefunden. Mit Erdwärme, Dreifachverglasung und behindertengerechtem Ausbau des Erdgeschosses haben Brachts das Haus auch noch altersgerecht gestaltet. Und eines steht für Doris Flamme-Bracht ganz fest: „Wir würden es noch mal so machen.“

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