Feuerwerkskörper für Silvester ab heute erhältlich · BAM-Nummer auf zugelassener Pyrotechnik beachten

Nur zweieinhalb Tage Zeit für Verkauf

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Daniel Prandzioch, Marktleiter des Herkules-Einkaufscenters Korbach, ist für Silvester gewappnet. Und der Korbacher Roland passt auf, dass beim Böllern auch nichts passiert.

Korbach/Frankenberg - Batterien, Böller und Kanonenschläge: Heute startet der Verkauf für die Silvesternacht. In diesem Jahr stehen die Feuerwerkskörper nur an zweieinhalb Tagen in den Regalen - der Trend geht weg vom Knallen hin zum Farbspektakel.

Knaller, Kracher und Fontänen in allen Formen und Farben werden ab heute verkauft. Wegen des Wochenendes und der verkürzten Öffnungszeiten an Silvester sind die Feuerwerkskörper in diesem Jahr nur an zweieinhalb Tagen erhältlich.

Bei den Kunden von Daniel Prandzioch, Marktleiter des Herkules-Einkaufcenters Korbach, hat sich in den vergangenen Jahren der Geschmack ein wenig verändert. „Der Trend geht immer mehr zu Batterien.“ Diese müssen nur einmal angezündet werden und feuern dann bis zu 225 Schüsse ab - einige sogar mehr.

Besonders geschützte Plätze

Der Kunde sei gemütlicher geworden, glaubt Prandzioch. Statt jede Rakete einzeln anzuzünden, genüge eine Batterie - und der Hobby-Pyrotechniker könne sich zurücklehnen und genießen. Dafür würden die Kunden auch gerne mehr Geld ausgeben. Der kostengünstigere Knall mit dem Böller hingegen sei nicht mehr so gefragt. Für die Händler ist das Silvester-Geschäft wichtig. „Rund ein Viertel der Einnahmen an den drei Tagen stammen aus dem Verkauf von Feuerwerkskörpern“, sagt Prandzioch.

Jürgen Scholl vom Werkmarkt „Eisen-Finger“ in Frankenberg rät beim Kauf der Böller auf die BAM-Nummern von der Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung zu achten. Diese befindet sich auf der Verpackung. Darüber hinaus gibt es weitere Merkmale, mit denen sich in Deutschland zugelassenes Feuerwerk identifizieren lässt: So sind Name und Adresse des Herstellers, die Art des Feuerwerkskörpers, eine Gebrauchsanweisung in Deutsch, die Altersgrenze, der einzuhaltende Schutzabstand sowie die Netto­explosivmasse (NEM) auf der Packung zu finden.

Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist nicht überall gestattet. Die Sprengstoffverordnung untersagt das Abbrennen von Pyrotechnik in der Nähe von geschützten Gebäuden. Diese Vorschrift gilt insbesondere für die historischen Stadtkerne mit ihren vielen Fachwerkhäusern. Außerdem zählen Kirchen, Krankenhäuser sowie Kinder- und Altersheime zu den besonders geschützten Gebäuden. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg will allerdings keine speziellen Kontrollen zur Einhaltung dieser Regelung durchführen.

Teilkasko hilft aus

Wer in der Silvesternacht mit dem Auto unterwegs ist, sollte darauf achten, seinen Wagen nicht dort abzustellen, wo groß gefeiert wird, rät der ADAC. Trifft eine Rakete oder ein Böller aus kurzer Entfernung auf ein Auto, so haftet in diesem Fall derjenige, der die Rakete gezündet hat. Wenn kein Verantwortlicher zu ermitteln ist, übernimmt die Teilkaskoversicherung die Kosten für Brand- und Explosivschäden sowie zertrümmerte Scheiben. Einen durch Vandalismus entstandenen Schaden deckt allerdings nur eine Vollkaskoversicherung ab.

Böller, Alkohol, Feierlaune: Diese Kombination führt in der Silvesternacht dazu, dass Polizei und Feuerwehren in vielen Teilen des Landes verstärkt ausrücken müssen. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg gab es im vergangenen Jahr nur wenige Probleme mit nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern. „Hier läuft alles in geregelten Bahnen ab“, berichtet Polizeisprecher Volker König. Auch die Anzahl der Einsätze steige nicht nennenswert an. Lediglich Beschwerden wegen zu früher oder zu später Knallerei würden öfter an die Polizei herangetragen.

Spezielle Kontrollen während der drei Verkaufstage und in der Silvesternacht bezüglich der Zulassung der Feuerwerkskörper werde es nicht geben, berichtet König.

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