Waldeck-Frankenberg

Zweifel an Sicherheit der Daten

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- Waldeck-Frankenberg (ah). Der Zensus 2011, die diesjährige Volkszählung, hat kaum Widerspruch ausgelöst. Er ruft aber auch Skeptiker auf den Plan: Wolfgang Spitzner aus Massenhausen bezweifelt, dass die Datensicherheit und die Anonymität gewährleistet sind.

Grund seiner Zweifel ist der von der ersten bis zur letzten Seite der Bögen zur Haushaltebefragung verwendete Barcode zum elektronischen Einlesen. Da auf der ersten Seite, die nicht getrennt ist von den folgenden Blättern, Name und Anschrift angegeben werden müssen, sei die Anonymität nicht sichergestellt, folgert der Wirtschaftsinformatiker.

Dieser Strichcode trage dazu bei, die Bearbeitung der Bögen zu vereinfachen, erklärt dagegen Kurt Wagner von der Erhebungsstelle beim Kreis Waldeck-Frankenberg. „Stellen Sie sich mal vor, wir müssten die entsprechenden Ziffern alle per Hand eintippen und könnten sie nicht über Lesegeräte registrieren“, verdeutlicht Wagner im Gespräch mit der WLZ-FZ die Beweggründe für dieses Vorgehen.

Der Massenhäuser Zensus-Zweifler räumt ein, dass sich hinter seiner Skepsis ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem Staat und seinen Institutionen verbirgt. Er lehnt die Volkszählung, an der sich zehn Prozent der Bürger beteiligen müssen, im Grundsatz ab. Spitzner bezweifelt die Wirksamkeit der Gesetze zum Zensus, die Anonymität zusagen, das so genannte „Rückspielverbot“ zum Abgleich von Einwohnerdaten festlegen und Strafen bei Verstößen androhen. „Wer garantiert, dass diese Bestimmungen durchweg eingehalten werden?“, fragt Spitzner auch im Hinblick auf Skandale um Datenmissbrauch bei sozialen Netzwerken im Internet oder Kunden von Internetspielen. Seine Zweifel werden nach Auffassung Spitzners dadurch genährt, dass die Interviewerin, die den Fragebogen bei ihm ablieferte, aus dem gleichen Ort stamme. Die Bestimmungen zum Zensus besagen lediglich, dass die Beauftragten nicht in unmittelbarer Nähe wohnen dürfen.

Wolfgang Spitzner stört sich auch daran, dass er seine Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft angeben muss. Unter Frage 7 wird im Multiple-Choice-Verfahren dazu die Möglichkeit zum Ankreuzen angeboten. Spitzner beruft sich auf die Religionsfreiheit und würde deswegen am liebsten keine Auskunft dazu geben. Doch will er nicht das Bußgeld von 300 Euro riskieren und wird letztlich doch alle Fragen im Rahmen des Zensus‘ beantworten. In puncto Religion bleibt ihm ja noch die Möglichkeit anzukreuzen, dass er keiner Religionsgemeinschaft angehört.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 13. Mai

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