WLZ-FZ-Ausgabe mit Weihnachtsgeschichten über Flüchtlinge, Ängste und Gastfreundschaft

Zwischen Krieg und Krippenspiel

Waldeck-Frankenberg - Krieg in Syrien, im Irak, in Afghanistan, Dramen um Bootsflüchtlinge aus Afrika, Terroranschläge in Pakistan und Europa prägen das Jahr 2014. Fröhliche Weihnachten?

Waldeck-Frankenberg. 25 Jahre nach dem Mauerfall in Berlin steht das Jahr 2014 für das Glück der Deutschen. Mauern und Zäune wurden niedergerissen, die Deutschland, und damit politisch auch die ganze Welt, in West und Ost, Gut und Böse teilten.

Doch das Glück ist allzu zerbrechlich und begrenzt. 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) hat sich die Welt in Wahrheit nicht verbessert. So prägten Kriege in Syrien, im Irak, in Afghanistan und der Ukraine, grausame Terroranschläge, wie zuletzt auf Kinder in Pakistan, Konflikte in Afrika und Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer das Jahr 2014.

Die Kriege, die wirtschaftliche Not, die Milliarden Menschen bedrohen, sind dabei längst auf der scheinbar so friedlichen Wohlstandsinsel Europa angekommen: Eine wachsende Zahl von Flüchtlingen sucht Hilfe oder ein neues Zuhause – sei es für die Zeit der Not oder für immer.

Da kommen Fremde, finden sie auch Unterkunft und Gastfreundschaft in einer Herberge? Diese Frage gehört zum Kern der Weihnachtsgeschichte und zum Christentum. Oder ist das alles nur „Firlefanz“, wie ein sächsischer Unternehmer mit einer verbalen Attacke gegen Flüchtlinge und Ausländer dieser Tage behauptet? Und das, obwohl er türkische Mitarbeiter beschäftigt und mit einer Chinesin verheiratet ist.

In unserer Ausgabe zu Weihnachten 2014 werfen wir deshalb den Blick im übertragenen Sinne auf die Weihnachtsgeschichte – rücken Maria und Josef auf der Herbergssuche sozusagen in die heutige Zeit. So, wie es Louisa Iske und Lucas Göge, zwei junge Schauspieler der Korbacher Freilichtbühne, auf unserem Titelbild verkörpern.

Wir berichten über den früheren Bad Arolser Bürgermeister Gerhard Schaller und seine Frau, die in Sachsenhausen mit syrischen Flüchtlingen Weihnachten feiern, schauen uns um in einem Frankenberger Asylbewerberheim, schildern die Lebensgeschichte eines Portugiesen, der in Bad Arolsen seine Heimat gefunden hat – versetzen uns mit einer Sachsenbergerin aber auch zurück in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als deutsche Flüchtlinge und Heimatvertriebene in Scharen nach Waldeck-Frankenberg kamen.

Das nimmt Ängste und gibt Zuversicht. In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern vor allem friedliche Weihnachten. (Jörg Kleine)

Spannende Geschichten in der Zeitungsausgabe von WLZ und FZ für Weihnachten.

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