Zwei Bayern im Duell: BMW 1er M Coupé und Audi TT RS

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Zwei löwenstarke Bayern im Vergleich: Uli Heichele und   Rudolf Bögel testen das M 1er Coupé und TT RS.

Eigentlich sind wir hier doch ein paar hundert Kilometer zu weit nördlich unterwegs. Eigentlich sollten wir doch besser in Italien sein. Wo man nicht Auto sagt, sondern „macchina“, also Maschine.

Wer hat mehr Feuer? Wer besteht den Alltagstest?

Das Duell: 1er M Coupé und Audi TT RS

Und wo man das R so leidenschaftlich rollt. Rrrrrrosso, das ist die Farbe dieser macchina. Rrrrrot: So ist er lackiert, dieser Audi TT RS. Und die Leidenschaft ist serienmäßig eingebaut …

Dieses Auto ist die sportlichste Variante des Coupés TT. Die Ausgangsbasis der Modellreihe: ein schicker Flitzer für zwei. Das Ergebnis in der RS-Version: ein echter Porsche-Jäger (oder manchmal sogar ein Gejagter). Bayerischer Vollgas- Spaß in Reinkultur.

Eher für Puristen: Das Cockpit des Audi TT RS lässt manchen Komfort vermissen

Wo er herkommt, der Spaß? Direkt aus dem Markenkern. Die Technik, die Präzision, die Klarheit: Dieses Auto ist einfach eine pure Fahrmaschine. Macchina, wie gesagt. Da spürt man, wie das Auto beim Anlassen vibriert. Da gibt’s keinen wirklich gezähmten Modus und keine Kompromisse (beim BMW 1er gibt’s beides). Das hier ist ein reines Spaß-Gerät. Da fühlt man sich umschlossen von Cockpit und Schalensitzen. Da hört man’s deutlich klacken, wenn man den Gang einlegt. Man spürt die Mechanik arbeiten. Und – anders als beim BMW: Man hat nicht das Gefühl, dass da viel Elektronik mitfährt. Unvermittelt, so fühlt sich das hier an.

Unvermittelt: Fuß aufs Gas – und sofort ab in eine andere Dimension! Nein, es ist nicht die schiere Beschleunigung, die diese Audi-Gaudi ausmacht. Es sind die Kurven. Der TT RS und die Landstraße: Das ist eine ausgeprägte Liebesbeziehung. Und, man kann das nicht anders sagen: Der TT RS gibt in dieser heißen Affäre ganz unverhohlen den Macho. Keine Zurückhaltung. Große Lufteinlässe vorn, Spoiler hinten. Und rrrrrosso eben. Was dann noch dazukommt: der Klang. Laut ist er, der Motor.

Durch den Sportauspuff darf er sich ausleben – mit seinem ganz speziellen Sound. Hungrig, durchtrainiert und scharf. Hier atmet ein Fünfzylinder – was sehr selten ist und gleichzeitig Audis Sport-Gene weiterträgt. Jaja: Auch Walter Röhrls legendärer S1 (das Rallye-Flügelmonster) hatte einst fünf Zylinder. Aus technischer Sicht hat das alle möglichen Folgen. Neben dem besonderen Klang unter anderem die Tatsache, dass ein Fünfzylinder bei gleichem Hubraum leichter ist als ein Sechszylinder. Eine ganze Menge solcher Eigenheiten hat der RS – und die Summe daraus spürt man in jeder der besagten Landstraßen- Kurven (der BMW ist in diesem Quervergleich eher ein Fall für die Autobahn).

Der TT RS: messerscharf.

Irre, wie er sich im Asphalt festkrallt. Ein reiner Sportler, dabei kein bisschen giftig. Immer beherrschbar, der Allradler. Ganz im Bewusstsein der Präzision und Leidenschaft, für die er gleichermaßen steht. Da ist es dann auch kein Zufall, dass der Farbton dieses Autos misano-rot“ heißt. Misano ist eine Rennstrecke in Italien. Pardon, eine Rrrrrennstrecke.

Fazit M 1er Coupé

Aus Freude am Knöpfchendrücken … Ist ja bloß ein unscheinbarer Schalter am Lenkrad – aber er hat die Hoheit über eine Urgewalt. Dieser M-Knopf im BMW 1er MCoupé: Er macht aus einem lässigen Gleiter einen Sportler. So kommt’s, dass in diesem einen Auto eigentlich zwei verschiedene Autos stecken. Das ist super fürs Argumentieren vor der Anschaffung („Schatz, man kann dieses Auto total vernünftig fahren!“). Und wenn man’s dann mal hat, das doppelte Flottchen: Dann braucht man den M-Modus ja nicht mehr auszuschalten. Übrigens: Nicht nur die Liebste passt rein, sondern ausprobiertermaßen auch zwei Kinder (ebenfalls mit Spaß am Kurvenfahren).

ULI HEICHELE

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