Gut zu wissen

Wechselkennzeichen: Eine Alternative für Saisonkennzeichen oder nur ein Flop?

Der Erfolg der Wechselkennzeichen hat sich auch nach rund sechs Jahren nicht wirklich eingestellt. (Symbolbild)

Seit 2012 können deutsche Autofahrer ein Kennzeichen für zwei Autos verwenden. Aber kaum jemand nutzt es, weil der größte Vorteil gestrichen wurde.

Die Idee eines Wechselkennzeichens klingt verlockend. Ein Nummernschild für zwei Autos und man spart sich etwas Kfz-Steuer. So war es wohl auch der Plan 2012, als die Wechselschilder in Deutschland eingeführt wurden. Allerdings gab es Widerstand und die Wechselkennzeichen wurden ohne ihren größten Vorteil eingeführt.

Wechselkennzeichen: Österreich macht's vor

Vorbild für die Wechselkennzeichen dürfte das österreichische Modell gewesen sein. Beim südlichen Nachbarn können Autobesitzer ein Kennzeichen für bis zu drei Fahrzeuge derselben Klasse führen. Dabei müssen sie nur Steuern für das teuerste der zwei bzw. drei Fahrzeuge bezahlen.

Das war wohl auch für die deutschen Wechselkennzeichen vorgesehen, aber der damalige Finanzminister Wolfang Schäuble wollte nicht auf die Einnahmen durch die Kfz-Steuer verzichten. Damit war der große Vorteil von Wechselkennzeichen vom Tisch.

Video: Rückverfolgen per Nummernschild

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Warum wurden Wechselkennzeichen eingeführt?

Mit dem Kennzeichen sollte ein Anreiz geschaffen werden, sich ein weiteres Auto zu kaufen. Auch die Förderung von Elektro-Autos galt als Grund für die Einführung von Wechselkennzeichen.

So sehen die Wechselkennzeichen aus

Ein Wechselkennzeichen besteht aus zwei Teilen. Der austauschbare Teil besteht aus dem Kürzel für den Zulassungsbezirk, dem Landeswappen, einer Ziffer sowie einem kleinen "W" – z. B. "M AB 123". Dieser Teil kann zwischen beiden Fahrzeugen getauscht werden.

Zusätzlich befindet sich an jedem der beiden Fahrzeuge ein fester Bestandteil des Wechselkennzeichens. Dieser enthält die letzte Ziffer des Kennzeichens und die Prüfplakette der Hauptuntersuchung (HU) – z. B. "4" für das erste Fahrzeug und "5" das zweite Fahrzeug".

Daraus ergeben sich jeweils die beiden Kennzeichen "M AB 1234" und "M AB 1235". Das Wechselkennzeichen kann auch mit einem H-Kennzeichen verbunden werden. Dabei wird das "H" auf dem festen Teil des Nummernschildes angebracht.

Erfahren Sie hier, was die Zahlencodes auf Diplomatenkennzeichen bedeuten.

Welche Fahrzeuge bekommen ein Wechselkennzeichen?

Autofahrer können ein Wechselkennzeichen für zwei Fahrzeuge beantragen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Nummernschild immer nur an einem der beiden Fahrzeuge geführt werden darf. Zudem müssen die beiden Fahrzeuge der gleichen Fahrzeugklasse angehören.

Möglich ist das Wechselkennzeichen für:

Ein Wechselkennzeichen für ein Auto und ein Motorrad ist somit nicht möglich.

Ausgeschlossen vom Wechselkennzeichen sind:

Fahrzeuge mit "H-Kennzeichen" sind hingegen für das Wechselkennzeichen zugelassen.

So beantragen Sie ein Wechselkennzeichen

Haben Sie sich für ein Wechselkennzeichen entschieden und erfüllen Sie die Voraussetzungen – Fahrzeuge stammen aus derselben Fahrzeugklasse, Kennzeichen haben dieselben Abmessungen – können Sie die Nummernschilder bei Ihrer zuständigen Zulassungsstelle beantragen. Folgende Dokumente benötigen Sie:

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Für wen lohnen sich Wechselkennzeichen?

Wechselkennzeichen können eine Alternative für Saisonkennzeichen sein. Der Vorteil: Während Saisonkennzeichen nur für einen bestimmten Zeitraum verwendet werden dürfen, können Sie mit einem Wechselkennzeichen jederzeit fahren.

Nachteil: Für Wechselkennzeichen gibt es keine Steuererleichterungen. Das heißt, Sie müssen für beide Fahrzeuge die volle Kfz-Steuer bezahlen. Zudem müssen Sie das Fahrzeug, das ohne Kennzeichen ist, auf einem Privatgelände abstellen. Denn ohne Kennzeichen dürfen Sie das Auto oder Motorrad weder auf öffentlichen Straßen fahren noch parken. Bei Saisonkennzeichen zahlen Sie lediglich anteilig Kfz-Steuer.

Das Wechselkennzeichen bietet sich zum Beispiel für Wohnmobil-Besitzer an. Da während des Camping-Urlaubs das "normale" Auto Zuhause bleibt. Auch wer mehrere Anhänger unter 750 Kilogramm, aber nur eine Zugmaschine besitzt, könnte vom Wechselkennzeichen profitieren.

Ist das Wechselkennzeichen ein Flop?

Als die Bundesregierung das Wechselkennzeichen am 1. Juli 2012 eingeführt hat, ging sie davon aus, dass jedes Jahres 54.000 dieser Nummernschilder beantragt werden. Allerdings wollten in den ersten sechs Monaten nur 2.115 Autofahrer ein Wechselkennzeichen. Man kann nur spekulieren, wie hoch die Nachfrage bei entsprechenden finanziellen Vorteilen gewesen wäre.

Erfahren Sie hier: Dafür steht das "E" auf Auto-Kennzeichen wirklich.

Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos

Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur.

Nach Toleranzabzug ist das Pferd mit einer Geschwindigkeit von 59 Stundenkilometern in die Messanlage galoppiert. Erlaubt sind an der Bundesstraße 455 in Eppstein allerdings nur 50 Stundenkilometer. Doch zu schnell war das Tier keinesfalls unterwegs. Ein vorbeifahrendes Auto hatte den Blitzer ausgelöst.

Der Polizei entgeht nichts: Auch zu schnelle Vögel werden kontrolliert.

Teenies auf Spritztour: Mit Muttis Auto geblitzt. Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt.

Das Radarfoto, herausgegeben vom Landkreis Emsland, zeigt ein weißes Pferd auf dem Schullendamm in Meppen.

Zu schnell zum Einsatz: Ein Feuerwehrfahrzeug in Bad Mergentheim an der Blitzampel Schlossgartenstraße.

Hundemann oder Alien?

Mit Absicht: Kaum zufällig dürfte dieses Bild entstanden sein. Der Fahrer kam wohl ungeschoren davon. Motorräder haben halt vorne kein Nummernschild.

Erhobener Mittelfinger: Die Insassen zeigen kaum verholen ihren Ärger.

Auch Fluggeräte im Visier: Ein Rettungshubschrauber ist womöglich zu schnell gelandet.

Schneller als die Polizei erlaubt: Zwei Fahrradfahrer beim Rasen.

Prozession der Biker: Das "Führungsfahrzeug" kam wohl um ein Bußgeld nicht herum.

Bäh, Bäh, mich schnappt ihr nicht! Beim Radarfoto streckt ein Rollerfahrer seine Zunge raus.

Raser auf Schienen.

Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen.

Schlechte Aussicht: Wäre der Teppich geschickter aufgeladen worden, hätte der Fahrer die Blitz-Gefahr wohl erkannt.

Ist der Weihnachtsmann am 28. Dezember wirklich noch im Stress? Und woher hat er den diesen neuen Schlitten? Fragen über Fragen - doch auf alle Fälle war hier ein hier ein Strafzettel für zu schnelles Fahren fällig. 

Auch der Weihnachtsmann ist mit seiner Kutsche schon in einen Blitzer gerauscht (Archivfoto 2006). Allerdings hatte sich das Pferdegespann vorbildlich an das vorgeschriebene Tempolimit gehalten. Ein anderes Fahrzeug auf der Überholspur hatte die Radarfalle ausgelöst. Auf dem Foto ist der Raser vom Gespann jedoch vollkommen verdeckt.   

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