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Elektroauto: Stellantis-Chef warnt vor Akku- und Rohstoffmangel

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Von: Simon Mones

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Stellantis-Chef Carlos Tavares hat einen Akku- und Rohstoffmangel prophezeit. Bereits in wenigen Jahren könnte es so weit sein.

Hoofddorp (Niederlande) – Wer derzeit einen Neuwagen kaufen möchte, der hat es nicht leicht. Der anhaltende Chipmangel sorgt nach wie vor für lange Wartezeiten. Dass wegen des Ukraine-Kriegs zudem Teile wie Kabelbäume fehlen und es deswegen immer wieder zu Produktionsausfällen kommt, macht die Lage nicht besser. Es dürfte jedoch nicht die letzte Krise sein, so rechnet der Stellantis-Chef Carlos Tavares (63) wegen des Übergangs zur Elektromobilität mit einem Akku- und Rohstoffmangel.

Der Manager rechnet damit, dass die Lieferprobleme bei den Batterien die Automobilbranche um 2025 oder 2026 treffen könnten. „Und wenn es keinen Mangel an Batterien gibt, dann wird es eine erhebliche Abhängigkeit der westlichen Welt gegenüber Asien geben. Das ist etwas, das wir leicht vorhersehen können“, sagte Tavares auf einer Konferenz der „Financial Times“.

Stellantis-Chef Carlos Tavares unterstützt Umstiegs auf die Elektromobilität, warnt aber auch vor den Folgen. Wie einem Akku- und Rohstoffmangel.
Stellantis-Chef Carlos Tavares unterstützt Umstiegs auf die Elektromobilität, warnt aber auch vor den Folgen. Wie einem Akku- und Rohstoffmangel. (Symbolbild) © Vincent Isore/Imago

Elektroauto: Stellantis-Chef warnt vor Akku- und Rohstoffmangel

Das Problem ist jedoch hausgemacht: Lange Zeit setzten die etablierten Hersteller bei ihren Elektroautos auf Batterien der führenden Lieferanten aus Asien. Inzwischen hat hier jedoch ein Umdenken stattgefunden. Zusammen mit Mercedes-Benz will Stellantis im Rahmen des Joint Ventures ACC eigene Akkus fertigen.

Es wird jedoch einige Jahre dauern, um die Fabriken aufzubauen und die Kapazitäten hochzufahren. Entsprechend blieben die Hersteller fürs Erste weiterhin von Zulieferern wie LG Chem, Samsung (beide Südkorea), Panasonic (Japan) und CATL (China) abhängig, wie „ecomento.de“ berichtet.

Elektroauto: Stellantis-Chef befürchtet geopolitische Risiken

Doch der Akkumangel wird nicht das einzige Problem bleiben, das auf die Autoindustrie zurollt. So prophezeit der Stellantis-Chef auch eine Rohstoffknappheit, die strukturelle Herausforderungen mit sich bringen könnte. Im Vergleich zum Verbrenner sind die Elektroautos nämlich echte Schwergewichte und wiegen im Durchschnitt 500 Kilogramm mehr.

„Das bedeutet viel Rohstoffabbau, das bedeutet letztendlich eine Verknappung der Rohstoffe, das bedeutet letztendlich geopolitische Risiken“, erklärte Tavares. „Es kann sein, dass uns die Art und Weise, wie diese Rohstoffe in ein paar Jahren beschafft werden, nicht gefällt“. Damit spielt der Stellantis-Boss unter anderem auf den Abbau von Kobalt an.

Elektroauto: Stellantis-Chef bemängelt fehlende Vision für langfristigen Auswirkungen des Mobilitätswandels

Ähnlich wie Herbert Diess bei Volkswagen treibt auch Tavares die Elektrifizierung bei Stellantis stark voran. So soll Peugeot ab 2030 rein elektrisch sein – zumindest in Europa. Der 68-Jährige sieht den Umstieg auf die alternative Antriebsart aber auch kritisch. Zwar würden sich die Autohersteller auf die Technologie konzentrieren und seien bereit, Elektroautos auf den Markt zu bringen, jedoch fehle der Branche und der Politik eine Vision für die langfristigen Auswirkungen des Mobilitätswandels.

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„Was kommt als Nächstes? Wo ist die saubere Energie? Wo ist die Ladeinfrastruktur? Wo sind die Rohstoffe? Wo liegen die geopolitischen Risiken bei der Beschaffung dieser Rohstoffe? Wer hat das Gesamtbild dieses Wandels im Blick?“, sagte der Stellantis-Chef auf der Konferenz der „Financial Times“.

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