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Moped-Fahren für 15-Jährige: Reaktionen fallen gemischt aus

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Von: Franziska Kaindl

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Das Bundeskabinett hat den Weg freigemacht für den Moped-Führerschein ab 15 Jahren. Nun soll jedes Bundesland selbst festlegen, ob es das Mindestalter herabsetzt.
Das Bundeskabinett hat den Weg freigemacht für den Moped-Führerschein ab 15 Jahren. Nun soll jedes Bundesland selbst festlegen, ob es das Mindestalter herabsetzt. © dpa/Hendrik Schmidt

Leichte Krafträder mit einer maximalen Geschwindigkeit bis zu 45 Stundenkilometer dürfen bald auch von 15-Jährigen gefahren werden. Es gibt allerdings auch Bedenken.

Moped-Führerschein ab 15: Was Sie dazu wissen sollten

Berlin - Bei Mopeds handelt es sich um leichte Krafträder, die maximal 45 Stundenkilometer schnell fahren. In Deutschland sind sie zulassungsfrei, es braucht eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungszeichen. Um es zu fahren, braucht es einen Führerschein* der Klasse AM. Dieser erlaubt es seinen Besitzern, zweirädrige Kraftfahrzeuge mit einer maximalen Nutzleistung von 4 kW und einem maximalen Hubraum von 50 Kubikzentimetern zu fahren. Ist das Moped elektrisch angetrieben darf die Nenndauerleistung nicht 4 kW überschreiten.

Ende 2018 hatten sich die Landesverkehrsminister darauf geeinigt, dass jedes Bundesland selbst festlegen soll, ob es das Mindestalter auf 15 Jahre senkt. In den ostdeutschen Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gab es bereits entsprechende Pilotversuche. Ziel der Modellprojekte in Ostdeutschland war es, die Mobilität von Jugendlichen im ländlichen Raum zu verbessern. Offenbar mit Erfolg: Die Erfahrungen mit dem Moped-Führerschein ab 15 wurden positiv bewertet. Auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen führt nun ab Ende Januar 2020 den Moped-Führerschein mit 15 ein.

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Positive und negative Resonanz für den Moped-Führerschein ab 15

Während der ADAC die Entscheidung hinsichtlich der verstärkten Mobilität* von Jugendlichen begrüßt, das Mindestalter für den Moped-Führerschein zu senken, sehen einige Verkehrsverbände die Entwicklung aber auch kritisch. "Der Verkehrssicherheitsrat findet es nicht gut, dass das Mindestalter für einen Moped-Führerschein gesenkt wird", erklärt demnach eine Sprecherin mit Hinweis auf "Anfängerrisiken". Jugendliche hätten ein späteres Reaktionsvermögen. Die deutsche Verkehrswacht warnt ebenfalls vor Sicherheitsrisiken, auch wenn eine verbesserte Mobilität von Jugendlichen auf dem Land begrüßt wird. "Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass Jugendliche im Straßenverkehr durch fehlende Erfahrung und eine höheren Risikofreude auch besonders gefährdet sind", so ein Sprecher.

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fk/dpa

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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