Skoda Yeti

Kompakt, kantig, knuffig

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Sympathisch: Der Yeti guckt freundlich in die Welt, das Rot des Testwagens steht ihm sehr gut.

Nein, es sollte doch gar nicht blinken, grrrr, wie kann man bloß die Hebelei für den Tempomat an den Blinker stecken; der, der sich das ausgedacht hat, gehört doch vor Gericht gestellt!

Ort der Handlung ist ein Skoda, genauer gesagt der Yeti, der – ebenso wie sein direkter Konkurrent Tiguan – auf der Bodengruppe des VW Golf aufbaut und der übrigens auch die verflixte Tempomat-Bedienung von VW implantiert bekommen hat. Ansonsten haben die Tschechen aber ein Kompakt-SUV auf die Räder gestellt, das...

SKODA YETI EXPERIENCE
1,8 Liter TSI - Allradantrieb

Leistung: 118 kW/160 PS -

Spitze: 280 km/h

Verbrauch: EU-Mix 8 Liter/100 Kilometer

Testverbrauch 9,25 Liter - 405 bis 1760 Liter Kofferraumvolumen 405 bis 1760 Liter  -

Länge 4,22 Meter -

Tankinhalt 55 Liter -

Preis 28.690,-Euro

Aber von vorn, pardon, von außen. Schon die Karosserie des Yeti weckt Symphatien. Kompakt, kantig, knuffig; unglaublich, wie oft man auf den freundlich dreinblickenden Skoda angesprochen wird. Drinnen stellt sich schnell ein Wohlgefühl ein. Die Materialien sind (jedenfalls im Sichtbereich) wertig, die Verarbeitung ist tadellos. Da klappert nichts, da vibriert nichts, selbst auf Straßen dritter und vierter Ordnung nicht. Prima! Man könnte zwar bemängeln, dass das (höhen- und längsverstellbare) Lenkrad grundsätzlich ein wenig zu flach angestellt ist und dass die Sitzfläche noch ein ganz klein wenig straffer sein dürfte – das hieße aber meckern auf verdammt hohem Niveau.

Während das Cockpit übersichtlich gestaltet und die Bedienung etwa des Navis eine wahre Freude ist, schreit das Herumgefummel am Tempomat nach einer Verlegung der Hebelei. Vor allem, wenn‘s schnell gehen soll, ist man ständig unabsichtlich am Blinken.

Die Ausstattung des Yeti ist in der getesteten Experience-Version so gut wie komplett; vom (erstaunlich intuitiv bedienbaren) Touchscreen-Navisystem und einer Einparkhilfe über die nachhaltig wirkende Klimaanlage und einem riesigen Panormadach bis hin zu Xenon-Scheinwerfern nebst Kurvenlicht ist nahezu alles an Bord, was das Fahren leichter und das Reisen angenehmer macht.

Auch fahrtechnisch lässt der Tscheche nichts anbrennen. Zwar ist er – das deuten seine ganz normalen 225er-Sommerreifen schon an - absolut kein Fall fürs Gelände. Aber nicht zuletzt wegen seines Vierradantriebs spurt er wie auf Schienen auch um die engs­te Kurve, und trotz seines Vierradantriebs ist er erstaunlich wendig. Dazu ist der 1,8 Liter-TSI-Motor mit seinen 160 PS ausgesprochen gut bei Kräften und das 6-Gang-Getriebe exakt zu schalten. Toll!

Lademeister: Unser Tester Michael Dürr hat dank weit öffnender Heckklappe keine Mühe beim Beladen des Yeti.

Wer mit der Familie und großem Gepäck reisen oder den Gartenabfall zum Kompostieren bringen will - für den Yeti kein Problem. Hinter seiner weit öffnenden Heckklappe finden bis zu 1760 Liter Gepäck Platz, obendrein ist die Rücksitzlehne dreifach mit jeweils nur einem Handgriff umklappbar und sind die hinteren Sitze ruck, zuck ganz ausgebaut. Klasse!

Wo ganz viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. Da ist an vorderster Stelle der Durst des Benziners, der mit 9,25 Liter Super (E10) auf 100 Kilometer im (zugegebenermaßen flott gefahrenen) Testdurchschnitt ganz eindeutig das Maß des Hinnehmbaren übersteigt. Selbst wer auf Landstraßen­etappen im Verkehrsfluss einfach nur mitschwimmt, kommt kaum unter siebeneinhalb Liter, und wer auf der Autobahn richtig drauftritt, wird mit Werten jenseits der elf Liter bestraft. Auch im Stadtverkehr ist der Verbrauch mit neun bis zehn Litern zu hoch, was nicht zuletzt der fehlenden Start-Stopp-Automatik geschuldet ist. Die ist beim Yeti nur in Verbindung mit dem schwächsten Dieselmotor zu haben, was in heutiger Zeit mit immer noch weiter steigenden Spritpreisen ein Ding der Unmöglichkeit ist.

FAZIT

Als Fazit bleibt dennoch festzuhalten: Der Yeti ist ein richtig gutes, praktisches und sehr angenehmes Automobil. Sein SUV-Charakter schreit aber förmlich nach einem Dieselmotor - drei TDI mit jeweils zwei Liter Hubraum und 110, 140 bzw. 170 PS sind im Angebot. Und die Bedienung des Tempomaten gehört verdammt nochmal nicht an den Blinkerhebel!

Michael Dürr

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