Bildungspolitik

Althusmann fordert Angleichung von Schulformen

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Bernd Althusmann fordert eine stärkere Angleichung der Schulformen in Deutschland.

Hannover - Bildungspolitik ist Ländersache. Daran will KMK-Präsident Bernd Althusmann auch nichts ändern. Dennoch fordert er zum Abschluss seiner Amtszeit eine stärkere Angleichung der Schulformen in Deutschland.

Die unterschiedlichen Schulformen in den Bundesländern sollten aus Sicht von Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) stärker aneinander angeglichen werden. „Wir haben eine große Vielfalt, diese hat bei allen Vorteilen aber in eine gewisse Unübersichtlichkeit geführt“, sagte der scheidende Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Der Weg zu einem deutschlandweiten Abitur sei dabei ein Schritt. Darüber hinaus müsse es eine stärkere Abstimmung des Sekundarbereiches I und eine Annäherung der Inhalte geben. „Mein Wunsch zum Jahreswechsel wäre es, dass wir dieses dicke Brett durchbohren könnten.“

„Ich glaube wir müssen die leidigen Schulstrukturdebatten in Deutschland überwinden und uns im Kern auf die Qualität des Unterrichts konzentrieren, insbesondere auch auf die Lehrkräfteausbildung und -fortbildung“, sagte Althusmann. „Das ist die zentrale Bildungsfrage für Deutschland.“

Der Niedersachse ist überzeugt, dass sich in Deutschland langfristig ein zweigliedriges Schulsystem - bestehend aus „starken Gymnasien und einer weiteren Schulform mit mindestens zwei Bildungsgängen“ - durchsetzen wird. „Das scheint mir auch zur Akzeptanz des Bildungsföderalismus bei Eltern ein ausgesprochen wichtiges Thema.“

Ungeachtet dessen müsse Bildungspolitik aber unbedingt Ländersache bleiben. „Ich hätte mir beim Thema Bildungsföderalismus und auch beim Thema Kooperationsverbot aber ein deutlicheres Signal gewünscht, dass die Länder klar für Bildungspolitik verantwortlich bleiben, wir aber eine Zusammenarbeit mit dem Bund konkret festlegen“, betonte Althusmann, dessen KMK-Präsidentschaft zum Ende des Jahres ausläuft. Ab Januar hat Hamburg den Vorsitz inne.

Generell sei er mit der Arbeit der KMK in laufenden Jahr sehr zufrieden. „Ich meine, dass wir damit die bildungspolitischen Weichen für Deutschland richtig gestellt haben.“ Im Wesentlichen seien fünf Themen von besonderer Bedeutung, zu denen die KMK auch Entscheidungen getroffen habe: Integration durch Bildung, Alphabetisierung, Inklusion (Integration von Kindern mit Förderbedarf in normale Schulen), Sprachförderung und Übergang von der Schule in den Beruf.

Eine der größten Herausforderungen für das kommende Jahr sieht Althusmann in der Wertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung. „Das deutsche Abitur und besonders qualifizierte Berufsausbildungsabschlüsse müssen denselben Stellenwert haben.“ Das Thema habe die KMK in diesem Jahr leider nicht abschließen können. „Wir werden versuchen, hier noch im Januar einen Kompromiss mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften zu erreichen.“

dpa

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