Forschung

Eis der Arktis auf Rekordminimum

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Foto: Das Eis um den Nordpol schrumpft dramatisch.

New York - Die Eisfläche der Arktis ist nach Angaben von US-Forschern so klein wie noch nie in den 33 Jahren Beobachtung. Am 16. September seien per Satellit nur noch 3,41 Millionen Quadratkilometer gemessen worden, hieß es am Donnerstag vom Nationalen Schnee- und Eisdatencenter der USA (NSIDC) in Boulder in Colorado.

Damit sei zum wiederholten Male in diesem Jahr ein Rekord erreicht worden. Vor diesem Sommer galt ein Wert vom September 2007 als Minimum. Damals waren 4,17 Millionen Quadratkilometer gemessen worden – 22 Prozent mehr als jetzt.

Das Minimum dieses Jahres betrage nur noch die Hälfte des Mittelwertes, der zwischen 1979 und 2000 gemessen worden war. Das Eis um den Nordpol nimmt jedes Jahr im Sommer ab und während der arktischen Nacht im Winter wieder zu. Die Werte jetzt seien aber dramatisch: „Wir wissen zwar seit langem, dass sich der Planet erwärmt und die Veränderungen zuerst und am stärksten in der Arktis zu sehen sind“, sagte NSIDC-Direktor Mark Serreze. Aber kaum jemand von uns war darauf vorbereitet, wie schnell der Wandel vor sich geht.“

In 33 Jahren Beobachtung per Satellit hat es laut NSIDC nie weniger als vier Millionen Quadratkilometer Eis im Nordpolargebiet gegeben. In diesem Jahr sei dieser Wert nicht nur durchbrochen, sondern deutlich unterboten worden. „Dass das Eis auch so spät im Jahr noch weiter schmilzt, ist ein Zeichen, dass es sehr dünn ist“, sagte NSIDC-Forscher Walt Meier. Große Gebiete könnten im Sommer künftig eisfrei sein.

Ein Zusammenschluss deutscher Forscher hatte am Mittwoch ein Eisminimum von 3,37 Millionen Quadratkilometern gemeldet – mit der Einschränkung, dass noch nicht sicher sei, ob dies das endgültige Minimum dieses Jahres ist. Die Rohdaten zur Eisfläche stammen alle von Satelliten der Nasa, die Werte zur Oberflächentemperatur liefern, wie Dirk Notz vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg erläuterte. Je nachdem, wie diese Daten umgerechnet würden, könne sich die zweite Nachkommastelle geringfügig unterscheiden.

dpa

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