Gefährdete Tierarten

Artenschutzkonferenz verbietet Handel mit Haifischflossen

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Foto: Die umstrittene Delikatesse Haifischflosse wird in Asien voraussichtlich rarer: Der internationale Handel mit fünf bedrohten Haifischarten ist künftig nur noch erlaubt, wenn die Bestände nicht gefährdet sind.

Bangkok - Tierschützer jubeln:Fünf Hai- und zwei Manta-Arten dürfen künftig international nur noch gehandelt werden, wenn das ihre Bestände nicht gefährdet. Dutzende weitere bedrohte Arten sind noch ungeschützt.

Die umstrittene Delikatesse Haifischflosse wird in Asien voraussichtlich rarer: Der internationale Handel mit fünf bedrohten Haifischarten ist künftig nur noch erlaubt, wenn die Bestände nicht gefährdet sind. Das beschloss die Artenschutzkonferenz gegen den Widerstand von China und Japan am Montag in Bangkok. „Ein Meilenstein für den weltweiten Hai-Schutz", sagte Volker Homes von der Umweltstiftung WWF. „Ein Sieg für einige der bedrohtesten Haifischarten der Welt", meinte Hai-Expertin Elizabeth Wilson von der amerikanischen Pew-Stiftung.

Auch der Riesenmanta und der Riffmanta werden künftig geschützt. Asiatische Heiler pulverisieren das Kiemengewebe als Heilmittel, was die Bestände deutlich dezimiert hat. Nach Angaben von Homes war es das erste Mal, dass die Blockadefront gegen den Schutz von Haien und Mantas bröckelte. Im Konferenzsaal brach bei den Abstimmungen jeweils spontan Applaus aus. Aber die Entscheidungen sind noch vorläufig. Gegner können bis zum Ende der Konferenz am Donnerstag neue Abstimmungen im Plenum erzwingen.

Alle sieben Fischarten sollen künftig im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) stehen. Dann dürfen sie nur noch mit Fanglizenzen gefischt werden. Lizenzgeber müssen in dem Fall nachweisen, dass das Überleben der Art dadurch nicht gefährdet wird. Die Europäische Union stellt 1,2 Millionen Euro bereit, um Staaten bei der Umsetzung der Bestimmungen zu helfen. Die Regeln treten in 18 Monaten in Kraft.

Unter den Cites-Schutz kommen der Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhai-Arten und der Heringshai. Für den Heringshai hatte sich vor allem Deutschland stark gemacht. Die Listung war vor drei Jahren knapp gescheitert. Die Hammerhaie sind besonders bedroht. Der Weißspitzen-Hochseehai ist besonders wegen seiner Flossen begehrt. Rund 100 Millionen Haie werden kommerziell von Fischern aus 26 Nationen gefischt, allen voran Indonesien, Indien und Spanien. Die jetzt gelisteten Arten machen sechs Prozent davon aus.

Die Bestände der Haie sind in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Meeresräumen um bis zu 90 Prozent zurückgegangen - vor allem durch den Appetit der Europäer auf Haisteak. Mit wachsendem Wohlstand in Asien ist nun aber die Nachfrage nach Haifischflossen rasant gestiegen. Es gibt nach Angaben des Cites-Sekretariats mehr als 1000 Haifischarten. Die Bestände der meisten sind umfangreich. „73 Hai-Arten sind aber bedroht", sagt der Deutschlanddirektor von der Tierschutz-Organisation IFAW, Ralf Sonntag. „Eigentlich müssten sie alle im Anhang II gelistet werden."

China und Japan hatten alle Vorschläge abgelehnt. „Manchmal macht eine Listung die Arten teurer, was illegale Fischerei nur anheizt", meinte der Delegierte aus Japan. China machte geltend, dass es schwer ist, den Umfang der Populationen festzustellen. Das sei aber eine Voraussetzung, um Fanglizenzen zu erteilen. Die Listung komme einem Handelsverbot gleich. Zudem sei es praktisch unmöglich, die Flossen dieser fünf Haiarten in einer Ladung mit tausenden Flossen verschiedener Arten zu erkennen.

dpa

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