Trauerfeier

"Blauer Mond" für Neil Armstrong

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Ein seltener Anblick: Der "Blaue Mond" war über Cincinnati zu sehen.

Cincinnati/New York - Selbst der volle Mond zollte ihm Tribut: Neil Armstrongs Familie und Freunde haben in aller Stille Abschied von dem großen Astronauten genommen.

Es war ein Abschied wie im Drehbuch. Mit einem "Blauen Mond" endete die Trauerfeier für Neil Armstrong. Hunderte Angehörige und Freunde erwiesen dem vor einer Woche verstorbenen Astronauten am Freitag (Ortszeit) die letzte Ehre.

Die geschlossene Zeremonie für den ersten Menschen auf dem Mond fand in einem privaten Club in Cincinatti in seinem Heimatstaat Ohio statt. Am 12. September soll es einen nationalen Gedenkgottesdienst in Washington geben, wie die Internetzeitung "Huffington Post" am Samstag berichtete. Die Weltraumbehörde Nasa hatte zuvor eine Zeremonie angekündigt. Einzelheiten gab es jedoch vorerst nicht. "Einen Helden wie Neil Armstrong wird es nie wieder geben", erklärte Apollo 8-Astronaut Bill Anders der "Huffington Post".

Mit seinen Kollegen John Glenn und Buss Aldrin war er einer der zehn Ex-Astronauten unter den Trauergästen. Der republikanische Senator aus Ohio, Rob Portman, pries Armstrong als einen "widerspenstigen Helden", der die Leben vieler Menschen berührt habe. Damit bezog er sich auf Armstrongs Bescheidenheit, der sich eher als Teamspieler denn als Helden sah.

"Heute haben wir von einem amerikanischen Pionier Abschied genommen, einem Forscher, Patrioten und einem Menschen, der mit 'einem kleinen Schritt' einen Menschheitstraum wahr gemacht hat", hieß es bei der Nasa. An seine bemerkenswerten Erfolge werde man sich immer erinnern. "Wenn wir die nächsten Schritte der Entdeckungsreisen der Menschheit unternehmen, werden wir auf den Schultern dieses tapferen Mannes stehen."

Mehrere Kampfjets einer Angriffsstaffel bildeten am Himmel eine Formation zu Armstrongs Ehren, die bei Gedenkveranstaltungen normalerweise für gefallene Piloten geflogen wird Am Abend der Beisetzung schaffte es sogar der Mond noch rechtzeitig "blau" zu werden. Im englischen Sprachgebrauch ist "Blue Moon" die Bezeichnung für einen zweiten Vollmond innerhalb eines Monats.

Um Armstrongs Beisetzung hatte es eine Auseinandersetzung gegeben, weil ein Politiker seines Heimatstaates ein Staatsbegräbnis gefordert hatte. Das ist aber eigentlich Präsidenten vorbehalten. US-Präsident Barack Obama hatte stattdessen angeordnet, dass landesweit alle Flaggen auf halbmast wehen sollten.

dpa

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