BSI-Chef: Wirtschaft muss mehr für Cyber-Sicherheit tun

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Auf der Konferenz sprach BSI-Präsident Michael Hange von einer "digitalen Sorglosigkeit". Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) - Unternehmen in Deutschland müssen nach Einschätzung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ihre Anstrengungen für die Cyber-Sicherheit deutlich verstärken.

Trotz einer erheblichen Bedrohung gebe es eine "digitale Sorglosigkeit", sagte BSI-Präsident Michael Hange am Mittwoch auf dem Berliner Forum zu Cyber-Sicherheit. "Man redet mehr über Sicherheitsmaßnahmen als dass man handelt."

Hange verwies auf Schätzungen, wonach bis zu eine Milliarde Schadprogramme weltweit im Umlauf seien, vor allem für Windows-PCs. "Täglich kommen 300 000 hinzu." Für Tablet-Computer und Smartphones kursierten rund drei Millionen Schadprogramme, die zu 98 Prozent auf das Google-Betriebssystem Android ausgerichtet seien.

Mit konventionellen Sicherheitsmaßnahmen könnten 80 Prozent der Angriffe unterbunden werden. Hange setzte sich auf dem Forum unter anderem dafür ein, mit Trojanern und anderen Schadprogrammen infizierte Rechner zwangsweise durch die Internet-Provider vom Netz zu nehmen.

In Deutschland seien rund eine Millionen PCs Bestandteil von sogenannten Bot-Netzen, die von Computer-Kriminellen mit Hilfe von Viren und Trojaner aufgebaut wurden. Häufig ignorierten die Besitzer der infizierten PCs entsprechende Warnhinweise der Provider.

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