Medizinische Hochschule Hannover

Bundesweit einmaliges Institut für Hör- und Neuroimplantate eröffnet

- Hannover ist um eine bedeutende Einrichtung reicher: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat am Montag im Medical Park ein neues Institut für Hör- und Neuroimplantate, das Verbundinstitut für Audioneurotechnologie und Nanomaterialien (Vianna), eröffnet.

„Vianna ist eine bundesweit einmalige Einrichtung“, sagte Prof. Thomas Lenarz am Montag zur Eröffnung des neuen Instituts für Hör- und Neuroimplantate, vor rund 200 Fachleuten in der Medizinischen Hochschule Hannover. „Hier wirken Grundlagenforschung, ihre Umsetzung in klinisch einsetzbare Implantate auf dem Gebiet der Hör- und Neuroimplantate und ihre Vermarktung optimal zusammen, betonte der Direktor der MHH-Klinik für Hals-,Nasen- und Ohrenheilkunde und des Hörzentrums Hannover, der das neue Institut gemeinsam mit Prof. Andrej Kral, Direktor der Abteilung für experimentelle Otologie der MHH gemeinsam leitet.

Vianna wird zunächst mit 3,25 Millionen Euro vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert. Unter dem Dach des neuen Instituts arbeiten auch die beiden führenden Cochlear-Implantat-Hersteller Advanced Bionics und Cochlear eng mit den Wissenschaftlern zusammen. „Hannover ist im Bereich der Neuroimplantate bereits in einer Spitzenposition. Außerdem verfügt die MHH über das weltweit größte Zentrum für Cochlear-Implantate, wo bisher mehr als 5000 Gehörlose mit Hörsystemen versorgt wurden“, sagte MHH-Präsident Dieter Bitter-Suermann. Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka unterstrich die Bedeutung von Vianna als Teil des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik und Implantatforschung (NZ-BMT), das in einem vom Bund und Land finanzierten Neubau für 54 Millionen Euro arbeiten wird. Baubeginn ist in diesem Jahr, Ende 2013 soll das NZ-BMT bezugsfertig sein.

„Niedersachsen liegt mit 350.000 Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft, das sind 14 Prozent der Bevölkerung, deutlich über dem Bundesschnitt“, unterstrich Ministerialdirigent Helmut Heyne vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Eine bedeutende Wachstumsbranche stelle hier die Biomedizintechnik dar. „Viele Faktoren beeinflussen die Innovationen medizinischer Produkte. Ein bedeutender Faktor ist das Zusammenspiel von Hochschulen und Produktherstellern“, so Heyne weiter.

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