Brechdurchfall-Epidemie

Caterer Sodexo entschuldigt sich mit Gutscheinen

+
Caterer Sodexo will sich bei den erkrankten Kindern mit Gutscheinen für Schulbücher und Atlanten entschuldigen.

Rüsselsheim - Mehr als 11.000 Menschen lagen mit Brechdurchfall wegen verseuchter Tiefkühl-Erdbeeren flach. Jetzt soll es Trostpflaster geben: Mit Gutscheinen für Schulbücher und Atlanten will sich der Caterer Sodexo bei den erkrankten Kindern entschuldigen.

Nach der Brechdurchfall-Epidemie in Ostdeutschland entschädigt der Caterer Sodexo die betroffenen Kinder mitGutscheinen in Höhe von jeweils 50 Euro. Die Gutscheine würden in Kürze verteilt, kündigte ein Sprecher des Lieferanten für Schulessen am Dienstag in Rüsselsheim an. Sie können bei einem Berliner Verlag für Bücher, Lernmittel oder Nachhilfeangebote eingelöst werden. Bei der Epidemie waren vor rund zwei Wochen mehr als 11.000 Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen, erkrankt.

„Wir können die Emotionen der Kinder und Eltern der letzten Tage gut nachvollziehen und bedauern die durch die Vorgänge entstandenen Unannehmlichkeiten sehr“, teilte das hessische Unternehmen mit. „Wir sind sehr froh darüber, dass sich die Lage in den Schulen und Kindertagesstätten nun wieder normalisiert.“

Das Unternehmen sei weiter in ständigem Kontakt mit den betroffenen Kindergärten und Schulen, sagte der Sodexo-Sprecher. Neue Krankheitsfälle habe es nicht gegeben. Die Gutscheine sollen ein Trostpflaster für die erkrankten Kinder und Jugendlichen sein.

Nach dem Abschlussbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Koordinierungsgruppe des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatten tiefgefrorene Erdbeeren die Durchfälle ausgelöst. Die verdächtigen Erdbeeren waren von mehreren Großküchen in Ostdeutschland verarbeitet worden.

Das RKI hatte mit seinen Untersuchungen eine Charge Erdbeeren als Ursache identifiziert und es eigenen Angaben zufolge ermöglicht, die „Quelle des Ausbruchs gezielt vom Markt zu nehmen“. Das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt hatte demnach erstmals Noroviren in einer Probe aus dieser Charge nachgewiesen.

Sodexo setzt nach dem Zwischenfall die Zusammenarbeit mit seinem deutschen Zwischenhändler aus, der die mit Noroviren verseuchten Tiefkühlerdbeeren aus China importiert haben soll. Unabhängige Prüfer sollen die Vorgänge bei dem Lieferanten untersuchen, erklärte der Sodexo-Sprecher.

Mit Ergebnissen werde in zwei bis drei Wochen gerechnet. Danach will das Unternehmen entscheiden, ob es weiterhin mit dem Zulieferer zusammenarbeitet. Angaben über die für Sodexo entstandene Schadenshöhe wollte der Sprecher nicht machen. Auch zur Gesamtsumme, die Sodexo für die Entschädigungen zahlen wird, nahm das Unternehmen keine Stellung.

Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden die Erdbeeren nach ihrer Ankunft im Hamburger Hafen über einen Großhändler aus Sachsen in mehrere ostdeutsche Zentralküchen für Schulessen geliefert. In den Einzelhandel sind die Früchte wahrscheinlich nicht gelangt.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare