Cyberkriminalität

Betrug im Internet nimmt weiter zu!

+
Kriminalität im Internet umfasst ein riesiges Feld des öffentlichen Lebens.

Kriminalität im Internet ist ein ernstes Problem und betrifft vor allem Industriestaaten. In Deutschland nehmen die illegalen Aktivitäten im Netz seit Jahren zu. Dabei ist das Feld der Cyberkriminalität sehr breitgefächert und verursacht Jahr für Jahr Schäden in Millionenhöhe.

Die Cyberkriminalität in Deutschland ist auf dem Vormarsch und hat in vielen Bereichen des Lebens Einzug gehalten. Laut den Angaben des Bundesamts für Informationssicherheit (BSI) waren im vergangenen Jahr über 800 Millionen Schadprogramme im Netz unterwegs. Opfer der illegalen Machenschaften waren nicht nur Privatperson, sondern auch Großunternehmen und Behörden. 

Arten der Cyberkriminalität 

Kriminelle im Netz verfolgen mit betrügerischen Unternehmungen den Plan, schnell und viel Geld zu erwirtschaften. Dazu werden persönliche Informationen aufgedeckt und Identitäten gestohlen, die für eigene Zwecke verwendet oder in wertvollen Datenpaketen verkauft werden. Um an diese Informationen zu gelangen, arbeiten Cyberkriminelle mit Viren, die auf Computern, Smartphones oder Tablets eingeschleust werden. Der gesamte Aufwand wird betrieben, um Zahlungen für gefälschte Waren, Dienstleistungen, Spenden und Gewinne bei Lotterien abzugreifen. 

Die Vorgehensweise der Internetbetrüger wird dabei immer kreativer. Nutzer müssen sich vor zahlreichen Methoden schützen:

  • Gefälschte Online-Verkaufsplattformen
  • Versteckte Abonnementvereinbarungen
  • Produkte, die Wohlstand garantieren
  • E-Mails, die einen Lotteriegewinn versprechen
  • E-Mails, die um eine Aktualisierung der Daten bitten
  • Freundschaftsanfragen von Fremden auf Facebook
  • Verdächtige Datei von Freunden
  • Pop-Ups über die Gefährdung des Geräts
  • Gefälschte Wohltätigkeitsangebote
  • Anzeigen über Wunder
  • Gefälschte Angebote für Home-Office
  • Quizfragen in sozialen Netzwerken
  • Unkontrollierte oder falsche Sofortkredite 
  • Kostenlose WiFi-Netzwerke

Das Bundeskriminalamt (BKA) bezifferte in seinem Report über Cybercrime für 2017 insgesamt 85.960 Fälle von Cyberkriminalität im engeren Sinne. Damit stieg die Rate für kriminelle Machenschaften im Internet um vier Prozent (2016: 82.649). Die Anzahl an Straftaten, in denen das Internet als Tatmittel genutzt wurde, belief sich sogar auf 251.617.

Betrug im Internet vermeiden

Opfer von betrügerischen Tätigkeiten kann im Internet jeder Mensch werden. Insbesondere im E-Commerce tummeln sich viele Kriminelle, die unter anderem mit gefakten Shops auf das schnelle Geld hoffen. Daher sollte in diesem Bereich unbedingt auf ein Impressum sowie auf vertrauenswürdige Zertifizierungen und Siegel geachtet werden.

Allerdings herrscht Internet-Abzocke nicht nur beim Shopping vor, sondern bezieht sich auch auf andere Lebensbereiche wie z.B. auf das Online-Banking oder die IT-Branche. Allein mit Computerbetrug wurde im Jahr 2017 ein finanzieller Schaden von 71,4 Millionen Euro angerichtet.

Dabei sind der Zahlungsverkehr und die Computertechnologie zwei etablierte Sektoren, die einen großen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben leisten und beinahe komplett digital ablaufen. Daher verwundert es nicht, dass diese Bereiche beliebte Angriffsziele für Cyberkriminalität darstellen.

Diese Bereiche sind unter anderem auch bei Sportwetten, Online-Casinos und im CFD-Handel fester Bestandteil der Infrastruktur. Abgesehen von vermeintlichen Hackerangriffen sind diese Geschäftsfelder oft Teil von betrügerischen Machenschaften, die von organisierten Kriminellen ausgehen. Um als Nutzer auf den unterschiedlichen Webseiten auf der sicheren Seite zu seien, haben die Betreiber von Betrug.co diverse Testberichte zusammengetragen, die eindringlich über das Thema informieren.

Fälle von Cyberkriminalität

Kriminalität im Internet ist allgegenwärtig und wird oftmals erst aufgedeckt, wenn es bereits zu spät ist. Besonders die beinahe flächendeckende Opferrate macht den Umtrieb von illegalen Aktivitäten im Netz so beängstigend.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) veröffentlichte dahingehend eine Studie im Oktober 2017. Die veröffentlichten Ergebnisse ergaben, dass circa jeder zweite Internetnutzer in Deutschland Opfer von Cybercrime geworden sei. In diesem Zusammenhang wurde aufgeklärt, dass lediglich 18 Prozent der Betroffenen den entsprechenden Vorfall per Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft gemeldet haben.

Werden diese Angaben auf die Nutzer im Internet und auf die Bevölkerung hochgerechnet, liegt die Rate für die tatsächliche Belastung durch Straftaten im Bereich Cyberkriminalität deutlich höher, als die statistisch erhobenen Zahlen es angeben.

In einer weiteren Studie thematisierte BITKOM die Situation der Betroffenen. In dem Bericht Wirtschaftsschutz in der digitalen Welt schilderte der Digitalverband die wirtschaftliche Sicht der Konzerne. So wurde über die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (53 Prozent) in den Jahren 2016 und 2017 Opfer von Angriffen durch Cyberkriminalität in den Bereichen Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl.

Hackerangriffe sorgen für Aufmerksamkeit

Kriminelle Handlungen im Internet gehen in den meisten Fällen stumm und lautlos über die Bühne, so dass nicht nur die Opfer es bemerken, sondern auch die breite Öffentlichkeit in der Regel im Dunkeln tappt. Betrüger und kriminelle Organisation spielt dieser Umstand in die Karten, da Aufmerksamkeit dem Geschäft schadet.

Diese Tatsache kann allerdings auch eine ganz andere Dynamik entwickeln und sich komplett gegensätzlich verhalten. Beispiele gibt es zur Genüge, insbesondere spektakuläre Hackerangriffe werden gerne von Presse und Medien aufgegriffen, da diese unter Umständen Relevanz sowie Interesse generieren können.

So machte Ende Februar 2018 ein aufsehenerregender Coup Schlagzeilen, als ausländische Hacker ins Datennetzwerk von Bund und Sicherheitsbehörden eindrangen. Vorab galt das Regierungsnetz als unüberwindbare Datenfestung, die vor sämtlichen Angriffen sicher sei. Während der Aufklärung des Angriffs wurde zu Tage gefördert, dass sowohl das deutsche Außen- als auch das Verteidigungsministerium betroffen seien.

Die komplexe Beweislage hatte zunächst eine russische Gruppierung mit dem Namen APT28 als Verdächtige ausgemacht. Im Zuge der Ermittlungen wurde die Gruppe Snake alias Turla für den Hackerangriff verantwortlich gemacht, die von den Behörden dem russischen Geheimdienst zugeordnet wurden. Die Attacke beruhte dabei auf einer eingeschleusten Schadsoftware, die auf den Servern der Ministerien sensible Daten entwendeten.

Sicherheitslücken bei Facebook

Ähnlich spektakulär ging es auch Ende September 2018 zu, als das größte soziale Netzwerk der Welt einmal mehr mit seiner digitalen Sicherheit zu kämpfen hatte. Die Rede ist von Facebook. Im Zuge eines Hackerangriffs erlangten die Täter Zugriff auf Accounts von fast 50 Millionen Facebook-Nutzern. Für das riesige mediale Echo war die globale Betroffenheit schuld.

Facebook gab nach Bekanntwerden der Attacke offizielle Statements heraus, dass keine privaten Nachrichten abgerufen wurden. Zudem wurde kein Fall bekannt, in dem Posts mit den Namen der User auf Facebook abgesetzt wurden. Einen faden Beigeschmack hatten indes die weitreichenden Folgen, die sich indirekt auf andere Plattformen bemerkbar machten. Da viele Nutzer ihre Passwörter ebenfalls für andere Accounts nutzten, etwa für Tinder oder Instagram, waren sie gleich mehreren Bedrohungen ausgesetzt.

Profil-Informationen wie Name, Geschlecht oder Wohnort seien abgegriffen worden, wodurch der Angriff auf die Server erst die Aufmerksamkeit von Facebook erregte. Inwiefern die Hacker mit den abgesaugten Daten hantierten und welche missbräuchlichen Schritte in die Wege geleitet wurden, war unklar.

Bis heute konnten die Ermittlungen nicht genau aufklären, wer hinter dem Hackerangriff steckte. Offenbar sind die Angreifer den Passwortschutz umgangen. Dabei hatten sie digitale Schlüssel zu den Accounts der Nutzer gestohlen und sich somit Zugriff auf die Profile verschafft, ohne das entsprechende Passwort verwenden zu müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare