Forschung in Laos

Deutsche entdecken Riesenspinne ohne Augen

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Foto: Die Riesenkrabbenspinne ohne Augen lebt in einer Höhe in Laos.

Frankfurt/Main - Handtellergroß, weiß, behaart und keine Augen: Das sind die Merkmale, die die Sinopada scurion aufweist. Die blinde Riesenkrabbenspinne wurde von deutschen Forschern in Laos entdeckt.

Deutsche Forscher haben in Laos eine Riesenspinne ohne Augen entdeckt. Die fast handtellergroße Sinopoda scurion lebe in einer Höhle ohne Tageslicht, sagte Peter Jäger, der die Abteilung Arachnologie (Spinnenkunde) des Senckenberg Forschungsinstituts in Frankfurt leitet, am Donnerstag. Der Körper und die Beine des Tieres schimmern weiß und sind behaart.

„Spinnen dieser Gattung waren uns schon aus anderen Höhlen bekannt, aber sie hatten immer Augen und eine komplette Pigmentierung. Sinopoda scurion ist die erste Riesenkrabbenspinne ohne Augen“, erläuterte der Wissenschaftler. Die zugehörige Studie ist im Fachjournal „Zootaxa“ erschienen.

Mit einer Beinspannweite von sechs Zentimetern und einer Körpergröße von etwa zwölf Millimetern zähle das augenlose Tier eher zu den kleineren Vertretern seiner Familie. Spinnen, die in Höhlen leben, haben sich Jäger zufolge unterschiedlich an das Leben im Dunkeln angepasst. Sie verfügten etwa über acht Augen oder wiesen zwei bis sechs Linsen auf. „Die von mir beschriebenen Sinopoda-Arten zeigen alle möglichen Übergänge zur Höhlenanpassung.“

In der Höhle wurden nicht nur Spinnen gefunden, sondern auch Fische, Skorpione und Krabben, die sich an das Leben im Dunkeln angepasst haben. Insgesamt hat Jäger neun neue Arten der Gattung Sinopoda beschrieben.

dpa/sag

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