Studie

Deutsche Großkonzerne bei Jung-Akademikern beliebter

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BMW steht bei Jung-Akademikern hoch im Kurs.

Berlin - Deutsche Großunternehmen haben bei Jung-Akademikern stark an Popularität gewonnen - besonders die Industrieriesen. Die jungen Akademiker würden ihre Karriere zwar am liebsten beim US-Internetkonzern Google starten, aber auch BMW, Siemens, Audi, Bosch und Deutsche Lufthansa stehen hoch im Kurs.

Deutsche Großunternehmen haben bei Jung-Akademikern stark an Popularität gewonnen - besonders die Industrieriesen. Zwar würden junge Akademiker ihre Karriere noch immer am allerliebsten beim US-Internetkonzern Google starten. Darüber hinaus liebäugeln aber überproportional viele mit einem Job in einem der hier angestammten großen Unternehmen wie BMW (Platz 2), Siemens (Platz 3), Audi (Platz 6), Bosch (Platz 8) und Deutsche Lufthansa (Platz 10), wie aus der Studie des Marktforschungsunternehmens Trendence hervorgeht, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.

„Die klassischen deutsche Konzerne haben einen ganz ordentlichen Sprung gemacht und dominieren derzeit die Top 10“, zitiert die Zeitung Trendence-Geschäftsführer Holger Koch. „Das spricht dafür, dass das Sicherheitsdenken der jungen Akademiker wieder zugenommen hat.“ Offenbar ließen die anhaltenden Verwerfungen an den globalen Finanzmärkten und die Euro-Krise die Risikobereitschaft der Berufsstarter sinken.

Auch staatliche oder halbstaatliche Institutionen legten in der Gunst der jungen Akademiker stark zu: So ist unter den insgesamt knapp 4000 Befragten, die bis zu acht Jahre Berufserfahrung haben, das Interesse am öffentlichen Dienst und an Forschungszentren ungebrochen: Neben dem Auswärtigen Amt (Platz 7, Vorjahr Platz 1), der Max-Planck-Gesellschaft (Platz 3) und der Fraunhofer-Gesellschaft (Platz 14) brachten es gleich zwei öffentlich finanzierte Neueinsteiger unter die Top 20: die Helmholtz-Gemeinschaft (Platz 15) und das Europäische Parlament (Platz 20).

Mit am meisten an Popularität eingebüßt haben die klassischen Energiekonzerne wie RWE (von Platz 38 auf Platz 55), Eon (23 auf 38) und EnBW (72 auf 108) - vermutlich infolge des Atomunfalls in Fukushima und der eilig beschlossenen Energiewende. Umgekehrt profitierte der Erneuerbare-Energien-Spezialist Solarworld von den Ereignissen.

Nach wie vor halten sich geschlechtsspezifische Unterschiede beim Gehalt: Während laut Studie die jungen Akademikerinnen im Schnitt ein Jahresgehalt von 48 600 Euro verdienen, sind es bei ihren männlichen Kollegen bei gleicher Qualifikation 61 500 Euro. Insgesamt stehen die jungen Akademiker den gewachsenen Herausforderungen des Berufsalltags skeptisch gegenüber: Immerhin 42 Prozent ordnen sich selbst der Risikogruppe für Burn-out-Erkrankungen zu.

dpa

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