Weltraumfahrt

Deutscher erinnert sich an Zeit auf „Endeavour“

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Foto: „Eine gewisse Wehmut gab es nach dem letzten Shuttle-Flug“, sagt der deutsche Ex-Astronaut Gerhard Theile über die US-Raumfähre „Endeavour“.

Wien - Wenn die „Endeavour“ nach 20 Jahren ihre letzte Ruhestätte findet, blickt Ex-Astronaut Gerhard Thiele ohne Wehmut auf das Ende dieser Ära. Die US-Raumfähre war einst die Arbeitsstätte des Deutschen.

Ohne große Emotionen sieht der ehemalige Astronaut Gerhard Thiele dem letzten Flug der ausrangierten US-Raumfähre „Endeavour“ entgegen. „Traurig bin ich nicht. Heute schon gar nicht mehr. Eine gewisse Wehmut gab es nach dem letzten Shuttle-Flug“, sagte der Schwabe. Der 59-Jährige umkreiste im Februar 2000 als einziger Deutscher insgesamt elf Tage lang die Erde mit dem Space Shuttle. Der Einsatz diente damals einer umfassenden Neuvermessung der Welt.

Die letzte Reise führt das Shuttle nach Los Angeles ins California Science Center. Einen Besuch wird Thiele, der aus Heidenheim stammt, seiner alten Arbeitsstätte sicherlich abstatten: „Ich habe erst vor kurzem mit dem Kommandanten unserer Mission telefoniert und wir wollen bald gemeinsam das Museum besuchen.“

Den einen besondern Moment im All gibt es für Thiele nicht: „Es konkurrieren so viele Momente miteinander. Ganz spontan würde ich sagen, dass der Blick ins Weltall, in diese nicht zu beschreibende Schwärze am bewegendsten war.“

In Erinnerung ist dem Umweltphysiker und Spezialisten für Ozeanographie die starke Team-Arbeit: „Das hat zur damaligen Zeit einer besonderen Anstrengung bedurft. Die elf Tage am Ende waren natürlich die Krönung der eineinhalb Jahre langen Arbeit im Vorfeld.“

Zurzeit ist Thiele als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Europäischen Institut für Weltraumpolitik (European Space Policy Institute, ESPI) in Wien beschäftigt.

Aufbruch ins Museum

Die Raumfähre „Endeavour“ ist zu ihrer letzten Reise aufgebrochen. Auf dem Rücken einer umgebauten Boeing 747 startete das Space Shuttle am Mittwoch kurz nach Sonnenaufgang (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Das Gespann hob in den wolkenverhangenen Himmel ab und drehte zur Begeisterung der zahlreichen Zuschauer zunächst einige Runden über Cape Canaveral.

Nach einer dreitägigen Tour mit mehreren Zwischenstopps an Nasa-Standorten in den USAsoll die „Endeavour“ am Freitag auf dem Flughafen in Los Angeles landen und von dort in ein Museum gebracht werden. Der Start war zuvor wegen schlechter Wetterbedingungen zweimal verschoben worden.

dpa

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