Organische Elektronik

Deutscher Zukunftspreis geht nach Sachsen

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Foto: Christian Wulff (r) verleiht den Deutschen Zukunftspreis an die Wissenschaftler Karl Leo, Martin Pfeiffer und Jan Blochwitz-Nimoth (v.l.).

Berlin - Für ihre Idee, aus organischen Halbleitern Licht und Energie zu gewinnen, haben Dresdener Wissenschaftler und Unternehmer den Deutschen Zukunftspreis gewonnen. Bundespräsident Christian Wulff vergab die Auszeichnung am Mittwochabend in Berlin.

Die Sieger im 15. bundesweiten Wettbewerb um die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften erhalten ein Preisgeld von 250.000 Euro. Beteiligt an der prämierten Erfindung sind die Firmen Dresdner Novaled AG, Heliatek GmbH gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut und der TU Dresden.

Bei der Preisverleihung stand neben der Kür der Sieger auch die Frage im Raum, ob sich Wulff zu seinem umstrittenen Privatkredit äußern würde. Oppositionspolitiker wie Renate Künast (Grüne) hatten am Mittwoch mehr Offenlegung und auch eine Entschuldigung des Bundespräsidenten gefordert. Weder bei der Vergabe der Preise noch beim anschließendem Empfang ging Wulff jedoch auf dieses Thema ein. Er lobte wie vorgesehen den Erfindungsreichtum der Wissenschaftler, der dazu beitrage, das Leben der Menschen zu verbessern.

Das siegreiche Team aus Dresden will durch organische Elektronik mehr Licht und Energie aus hauchdünnen Molekülschichten gewinnen. Der Begriff organisch steht dabei für Kohlenstoffverbindungen wie sie auch in der Natur vorkommen. Solche Verbindungen können als Halbleiter dienen und damit im Prinzip elektronische Funktionen übernehmen. Diese Leitfähigkeit haben die sächsischen Forscher durch die gezielte Beimischung von Fettmolekülen gesteigert - auch wenn sie anfangs für diese Idee belächelt wurden.

Nutzen kann man das Verfahren zum Beispiel für organische Leuchtdioden (OLEDS), die Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren übertreffen sollen. OLEDS sind in der Lage, ein neuartiges Licht energiesparend und hell zu erzeugen. Zudem entwickeln die Forscher organische Solarzellen mit einem hohen Wirkungsgrad, der für bestimmte Anwendungen als Alternative zu herkömmlichen, anorganischen Silizium-Zellen dienen soll.

dpa

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