Experten warnen

Doping auch im Breitensport verbreitet

- Höher, schneller, weiter: Die Einnahme von Doping-Präparaten ist auch im Breitensport verbreitet. Manchem Sportler ist jedes Mittel recht, das die Leistung zu steigert - dabei werden die zum Teil schwerwiegenden Folgen häufig unterschätzt.

Impotenz, Unfruchtbarkeit, Brustwachstum und Nierenschäden – das sind nur einige der Folgen von Doping im Breitensport, warnt jetzt die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Die Einnahme leistungssteigernder Substanzen sei nach Ansicht der Fachärzte mittlerweile an der Tagesordnung, nicht nur im Kraftsport, sondern auch in Ausdauersportarten. Mehr als eine Million Freizeitsportler, meist Männer, sollen in Deutschland regelmäßig oder gelegentlich zu Dopingsubstanzen oder Medikamenten greifen.

„Die Langzeitfolgen werden von den jungen Männern unterschätzt“, mahnt Prof. Sabine Kliesch vom DGU. Erst wenn sie die Erektionsfähigkeit eingebüßt haben, der Kinderwunsch versagt bleibt oder weil sie unter einer Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen (Gynäkomastie) leiden, kommt die späte Erkenntnis des fehlerhaften Handelns. In diesen Fällen ist auch ein erhöhtes Risiko für Karzinome nicht auszuschließen, ebenso die Gefahr irreversibler Leberschäden, von Leberkrebs sowie der Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems von Arteriosklerose bis hin zum Herzinfarkt. Auch wenn Sport im Normalfall die ungesunden Blutfettwerte senkt, wird durch die Anabolikaanwendung der gegenteilige Effekt hervorgerufen. Darüber hinaus drohen bei regelmäßiger Einnahme der Präparate Aggression, Depression und die typische Steroid-Akne.

Bei Jugendlichen können Anabolika zu einer Verkürzung der Wachstumsphase führen. Außerdem lässt Doping die natürliche Hormonproduktion versiegen, Hoden schrumpfen, Potenz und Spermienanzahl schwinden – zum Teil für immer.

Gegenmaßnahmen im Freizeitsport sind daher nach Ansicht der DGU dringend überfällig. Vor allem der Staat sei in der Pflicht, mehr Prävention durch frühzeitige Aufklärung in den Schulen zu ermöglichen und verstärkt gegen den illegalen Schwarzmarkthandel vorzugehen.

mpr

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