Unis enspannt

Doppelter Abiturjahrgang kann kommen

Hannover/Göttingen/Bremen - Dieses Wintersemester könnte es eng werden in den Sitzreihen der Hörsäle, so die Befürchtungen. Doppelter Abiturjahrgang, Aussetzung der Wehrpflicht - die Hochschulen in Niedersachsen und Bremen gehen von durchschnittlich 20 bis 40 Prozent mehr Bewerbungen aus. Wegen Doppel- und Mehrfachbewerbungen wissen die Universitäten erst ab September die genaue Anzahl von Studenten.

Die Leibniz-Universität in Hannover hat sich auf den Ansturm im Wintersemester gut vorbereitet und bietet 1180 zusätzliche Studienplätze an. Präsident Prof. Erich Barke rechnet mit ungefähr 4600 Studienanfängern, im letzten Jahr waren es noch 3200 Studenten. Für mehr Platz ist gesorgt, zwei neue Hörsäle kommen am Standort Conti-Campus hinzu und die Lehrveranstaltungen werden in den Nachmittag ausgeweitet. Durch gezielte Verstärkung des Lehrpersonals in den betroffenen Fächern, bleibt beim Numerus clausus Alles beim Alten. „Für die 1180 zusätzlichen Studienplätze zum Wintersemester 2011/12 erhält die Universität mehr als acht Millionen Euro allein im Jahr 2011 aus dem Hochschulpakt von Bund und Ländern“, sagte Barke auf der Internetseite der Uni.

Studenten in Braunschweig können künftig auch an Wochenenden zu Seminaren. An der Technischen Universität wird im neuen Semester von 8 bis 22 Uhr unter der Woche und an den Samstagen bis 15 Uhr gelehrt. Besonderen Bedarf hat die Uni bei den größeren Hörsälen. Für große Prüfungen wird notfalls die Stadthalle angemietet, oder auch schon mal ein Kinosaal. Die Uni erhält 3,4 Millionen Euro von Bund und Land. „Die Mittel werden sowohl für Personalmaßnahmen als auch für Laborausstattung beziehungsweise Ausstattung der Räume verwendet“, sagte Pressesprecherin Regina Eckhoff. Außerdem werden 540 der insgesamt 695 zusätzlichen Studienplätze von dem Etat finanziert.

„Wir haben mit der Aufstockung der Studienplätze schon im Sommersemester begonnen und können nun zum Wintersemester rund 1000 zusätzliche Plätze anbieten“, sagte der Sprecher der Georg-August-Universität in Göttingen, Bernd Ebeling. Außerdem wurden die Hörsäle modernisiert, so dass Vorlesungen in Zukunft nicht nur in einem Hörsaal stattfinden, sondern auch in andere übertragen werden können. Sollte dies nicht ausreichen will man bei Bedarf auch auf die Nachmittage und den Samstag ausweichen.

Die Universität Osnabrück wird 522 zusätzliche Studienplätze anbieten. „Prozentual entspricht diese Aufstockung an Studienplätzen ungefähr dem Anstieg der Bewerberquote. Dies zeigt uns, dass wir mit unseren Berechnungen richtig lagen“, teilte Universitätspräsident Prof. Claus Rollinger auf der Internetseite der Uni mit.

Die Bremer Uni bietet 4000 Studienplätze für Abiturienten an, etwa 400 mehr als im vergangenen Jahr. Die räumliche Situation ist nach Angaben von Sprecher Eberhard Scholz angespannt. „Wir platzen schon immer aus allen Nähten.“ Dennoch werden alle zusätzlichen Studenten mit den Veranstaltungen in den bestehenden Räumen untergebracht. Die Nutzungszeiten wurden ausgedehnt. Zusätzliche Räume außerhalb der Uni werden nicht angemietet. Einen Numerus clausus gibt es praktisch über alle Fächer. Anders wäre der Studentenandrang nach Angaben von Scholz gar nicht beherrschbar. Es liegen etwa 32 000 Bewerbungen vor.

dpa

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