Verluste durch Varroa-Milben

„Ein Katastrophenjahr für die Bienen“

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Hofstaat: Diese Bienen und ihre gelb markierte Königin haben überlebt.

Celle - Die anhaltend milde Witterung hat den Bienen schwer geschadet. Die aus Asien stammenden Varroa-Milben haben profitiert und für erhebliche Verluste unter den Völkern gesorgt - eine Gefahr auch für die Landwirtschaft.

Die niedersächsischen Honigbienen werden nicht mit Parasiten fertig. Im vergangenen Jahr gab es trotz zum Teil erheblicher Schutzmaßnahmen der Imker hohen Verlusten. Das größte Problem sind dabei die sogenannten Varroa-Milben, die vor drei Jahrzehnten nach Europa eingeschleppt wurde. „Nach Schätzungen haben zirca 25 Prozent der Bienenvölker den Winter nicht überstanden“, sagte Werner von der Ohe, Leiter des Instituts für Bienenkunde in Celle. In normalen Jahren seien weniger als 10 Prozent Verluste zu erwarten. „Man kann das Jahr 2014 getrost als Katastrophenjahr für die Bienen bezeichnen“, sagte von der Ohe. „Ursache ist eindeutig die Varroa-Milbe.“

Schon den milden Winter 2013/14 hätten die aus Südostasien eingeschleppten Parasiten gut überstanden. Wegen des langen Frühlings und des warmen Herbstes hätten sie sich dann dramatisch vermehren können. Genaue Zahlen würden aber erst zu Ostern vorliegen.

Honigbienen seien ökologisch und wirtschaftlich ungemein wichtig, betonte von der Ohe. So seien vier Fünftel der heimischen Pflanzen auf die Bestäubung durch die Insekten angewiesen, Obstbäume genauso wie Sonnenblumen, Raps oder Erdbeeren. Und: Die Deutschen gelten als Weltmeister im Verzehr von Honig. Sie verbrauchen über ein Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Bundesweit hätten nach ersten Schätzungen etwa 30 Prozent der Völker den Winter nicht überstanden, hieß es beim Deutschen Imkerbund. „Wir befürchten den Verlust von bis zu 225 000 der insgesamt 750 000 Bienenvölker in Deutschland“, sagte Sprecherin Petra Friedrich. Dabei sei mit erheblichen regionalen Unterschieden zu rechnen.

„Schon im Herbst war absehbar, dass wir hohe Verluste haben werden“, erklärte von der Ohe. Dabei gebe es erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Imkern. „Wer das ganze Jahr über immer wieder Maßnahmen gegen die Milben getroffen hat, der hat deutlich geringere Verluste zu beklagen.“ Dazu gehörten biologische Maßnahmen wie etwa die Bildung neuer Jungvölker, aber auch die Verabreichung von Medikamenten.

Von Peer Körner

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