Ohne Zusatzstoffe

Elektroimpulse sollen Lebensmittel länger frisch halten

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Foto: Schluss mit Wegwerfen? Ein neues Verfahren soll Lebensmittel länger haltbar machen.

Quakenbrück - Lebensmittel können nach Ansicht von Experten mit neuen Verfahren länger haltbar gemacht werden. Im Fokus der Forschung stehe unter anderem die Nutzung von gepulsten elektrischen Feldern. Damit können Keime abgetötet, Vitamine aber erhalten werden.

„Der Vorteil ist, dass man frische Lebensmittel nicht mehr kochen muss, um sie haltbar zu machen“, sagte Prof. Stefan Töpfl vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück. Auch die Zugabe von chemischen Zusatzstoffen erübrige sich. Das Verfahren eigne sich zum Beispiel bei Fruchtsäften oder bei Frischei-Produkten.

Bei dem Elektro-Impuls-Verfahren werden schädliche Keime durch elektrische Spannungen unschädlich gemacht. Vitamine und Aromen bleiben nach Darstellung Töpfls aber erhalten. „Das Prinzip der Technik ist schon seit gut 50 Jahren bekannt“, sagte er. Inzwischen gebe es aber auch die notwendigen technischen Voraussetzungen, um das Verfahren in der Praxis anzuwenden. Das Interesse von Lebensmittelherstellern sei groß.

Derzeit gebe es in Europa drei Unternehmen, die das Verfahren anböten, sagte Töpfl. Zwei seien in den Niederlanden, eines in Großbritannien. Mittelfristig seien entsprechend behandelte Produkte auch in deutschen Supermärkten zu finden. „Es ist relativ preiswert, und daher auch von eher mittelständischen Unternehmen gut einzusetzen.“

Positive Nebeneffekte des Elektro-Verfahrens seien außerdem ein höherer Ertrag und weniger Reststoffe. So gebe es Erfahrungen aus Indien mit Baumwoll-Samen. Dieser werde dort zur Herstellung von Speiseöl benutzt. „Der Ertrag stieg von 16 auf 18 Prozent“, sagte Töpfl.

dpa

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