Robert-Koch-Institut

Experten nehmen Bremer Frühchenstation unter die Lupe

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Auf der Bremer Frühchenstation wurden bei drei Neugeborenen Darmbakterien nachgewiesen.

Bremen - Es ist der zweite Einsatz des Robert-Koch-Instituts innerhalb von vier Monaten auf der Bremer Frühchenstation. Dort sind wieder resistente Keime aufgetaucht, dabei hatte die Klinik die Station gerade erst wiedereröffnet. Woher die Erreger stammen, ist unklar.

Experten vom Robert-Koch-Institut nehmen wieder die Bremer Frühchenstation unter die Lupe. Es ist ihr zweiter Einsatz innerhalb von vier Monaten. Erneut haben sich auf der Station resistente Keime ausgebreitet. Bei drei Neugeborenen wurden die Darmbakterien nachgewiesen. Im vergangenen Jahr hatten sich im Klinikum Mitte mehrere Babys mit resistenten Erregern angesteckt. Drei starben, mehrere erkrankten.

Das Robert-Koch-Institut und Freiburger Hygiene-Experten hatten die Intensivabteilung für Früh- und Neugeborene bereits im November eingehend untersucht und die Ärzte dort beraten. Jetzt rief die Klinikleitung sie erneut zur Hilfe. „Sie gucken sich die Station noch mal an und studieren die Krankenakten“, sagte die Sprecherin des Klinikverbundes, Karen Matiszick, am Samstag.

Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hat inzwischen einen Aufnahmestopp für die Station verhängt. Die Klinik testet zurzeit außerdem die knapp 50 Mitarbeiter auf den Erreger. Die ersten Ergebnisse soll es in einigen Tagen geben. Noch ist unklar, ob es sich bei allen drei Kindern um den gleichen Bakterienstamm handelt und ob es wiederum der gleiche wie im vergangenen Jahr ist. Ein Labor in Bochum wertet die Proben aus. Sein Bericht wird aber erst in drei Wochen vorliegen.

Die Keime waren bei Routineuntersuchungen auf der Haut der drei Babys entdeckt worden. Bislang ist aber keins erkrankt. Bei einen handelt es sich allerdings um ein sehr kleines Frühchen, bei dem es Komplikationen bei der Geburt gab. Sein Zustand bereite den Ärzten Sorgen, sagte Matiszick. „Das hat aber nichts mit dem Keim zu tun.“ Die betroffenen Babys liegen derzeit in isolierten Zimmern. Auch das Personal, das mit ihnen Kontakt hatte, darf mit den anderen kleinen Patienten nicht in Berührung kommen.

Das Klinikum Mitte hatte die Frühchenstation im vergangenen November nach dem Bekanntwerden der tödlichen Infektionswelle für mehrere Wochen geschlossen, um sie zu desinfizieren und umzubauen. Sie ist erst seit Anfang Januar wieder geöffnet. Ein Untersuchungsausschuss im Landtag befasst sich seit Wochen mit der Aufklärung des Keimaufbruchs und möglichen Kommunikationspannen. Das Gesundheitsressort hatte erst im November von den Todesfällen erfahren - da war das erste Kind schon fast drei Monate tot.

dpa

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