Deutscher Imkertag

Experten warnen vor Panik wegen Bienensterbens

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Der Deutsche Imkerbund warnt vor Panik wegen des weltweiten Bienensterbens.

Trier - Varroa-Milben können ganze Bienenvölker dahinraffen. Experten glauben aber nicht an ein Aussterben der nützlichen Insekten. Am Sonntag treffen sich Bienenfreunde beim Deutschen Imkertag in Trier.

Der Deutsche Imkerbund warnt vor Panik wegen des weltweiten Bienensterbens. Vor dem Deutschen Imkertag am Sonntag in Trier sagte Geschäftsführerin Barbara Löwer, ihr Verband nehme die Bedrohung durch die Varroa-Milbe und verschiedene Schadstoffe sehr ernst. Doch er distanziere sich von "apokalyptischen Vorhersagen", die Bienen könnten bald ganz aussterben. "Wir hüten uns sehr vor einfachen Erklärungen. Die Bienen kommen mit vielen schädlichen Substanzen in Berührung", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Die Varroa-Milbe gilt als mitverantwortlich für das Bienensterben. Honigbienen fallen nach Imkerangaben aber auch Pestiziden zum Opfer.

Ganz andere Schwierigkeiten sieht der Imkerbund in Futter- und Energiepflanzen, vor allem auf den großen Feldern im Norden und Osten Deutschlands: "Dort blüht erst der Raps, dann kommt der Mais und dann nichts mehr", erklärte Löwer. Deshalb könnten sich die Bienen in manchen Regionen nicht ausreichend mit Pollen für den Winter stärken. "Doch es gibt interessante neue Ansätze, zum Beispiel die Durchwachsene Silphie." Diese nordamerikanische Pflanzenart sei deutlich bienenfreundlicher als Mais und werde neuerdings auch in Deutschland als Energiepflanze erprobt, sagte die Geschäftsführerin.

Große Nachwuchssorgen muss sich der Deutsche Imkerbund nach ihren Angaben nicht mehr machen. "Bis vor fünf Jahren hatten wir große Probleme, aber seit 2007 haben wir das Durchschnittsalter der Mitglieder von 62 auf 57 gesenkt", berichtete Löwer. Das sei nach wie vor ein hoher Altersdurchschnitt, aber die Imkerei sei schon immer von vielen älteren Menschen betrieben worden. "Es gibt aber auch viele Jugendliche, die sich dafür interessieren", versicherte die Expertin. Auffällig sei jüngst vor allem das gestiegene Interesse junger Frauen.

Bei der Tagung in Trier werden 500 Imker zum fachlichen Austausch erwartet. Im Mittelpunkt des Programms stehen medizinische und kosmetische Anwendungen von Honig und anderen Bienenprodukten. Der Deutsche Imkerbund ist der größte Fachverband seiner Art und vertritt nach eigenen Angaben rund 90.000 Imker - von denen aber nur rund 50 hauptberuflich Honig herstellen.

dpa

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