Holz-Diebstahl

Förster wollen Holz mit GPS-Technik vor Dieben schützen

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Baumstämme werden mit satellitengestützter Überwachungstechnik geschützt.

Clausthal-Zellerfeld - Holzdiebstähle sind ein ständig wachsendes Problem. Weil die Täter nur selten gefasst werden, rüsten die niedersächsischen Landesforsten technisch auf. Mit GPS-Unterstützung soll den Dieben das Handwerk gelegt werden.

Die niedersächsischen Landesforsten wollen dem zunehmenden professionellen Holz-Diebstahl einen Riegel vorschieben. Dazu sollen Baumstämme, die im Wald zum Abtransport bereit liegen, künftig mit satellitengestützter Überwachungstechnik geschützt werden. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Diebstähle dadurch deutlich sinkt und dass die Täter gefasst werden können“, sagte Forstsprecher Michael Rudolph.

Fast 90 geschlagene Stämme aus dem Mandelbecker Forst bei Northeim, 140 meterlange Fichtenholzabschnitte aus dem Wald bei Braunlage, eine Ladung Douglasien aus der Nähe von Herzberg oder knapp zwei Dutzend Fichten aus der Revierförsterei Relliehausen bei Dassel: Das sind nur einige der vielen Diebstahlsmeldungen der vergangenen Monate aus Südniedersachsen. Seit 2011 haben die Landesforsten 48 Fälle registriert, in denen ganze Ladungen wertvoller Bäume aus dem Wald verschwunden sind. Schwerpunkte sind der Harz und der Solling.

„Die Diebe haben es vorwiegend auf Fichten, Lärchen und Douglasien abgesehen“, sagte Rudolph. Es seien aber auch Eiche, Buche, Ahorn oder Kirsche gestohlen worden. Die teilweise beachtliche Größe der Stämme ist für die Täter kein Hindernis: Sie nutzen zumeist spezielle Lastwagen mit Kränen. „Hinter den Holzdiebstählen stecken vermutlich organisierte Banden mit der nötigen Ausrüstung“, sagte Uwe Falkenhain von der Polizei in Northeim. „Außerdem brauchen die Täter Kontakte, um das Holz auf dem Schwarzmarkt absetzen zu können.“

Leidtragende der Diebstähle seien nicht nur die Landesforsten, sagte Rudolph. „Betroffen sind auch andere Waldbesitzer oder Sägewerke, wenn sie die Stämme bereits bezahlt haben.“ Angesichts der anhaltend hohen Preise für Holz sei zu befürchten, dass die Zahl der Diebstähle für Industrie-, aber auch für Brennholz weiter wachse.

Um das zu verhindern, wollen die Landesforsten ihr Holz künftig mit moderner Technik sichern, wie sie in ähnlicher Form bereits in der Logistik-Branche oder von Autovermietungen genutzt wird. In die geschlagenen Stämme werde getarnte Sender eingebaut, sogenannte Forst-Tracker. Sie können selbst in schmale Holzstücke so eingefügt werden, dass sie von außen nicht auffallen. Bei Erschütterungen oder bei einem Positionswechsel senden die Apparate Signale aus, die mit Hilfe von GPS-Technik eine Ortung ermöglichen.

Die rund 25.000 Euro, die die Landesforsten für die neue Technik investieren wollen, seien gut angelegt, sagte Rudolph. Der jährliche Schaden durch Holzdiebstahl sei jedenfalls um ein Vielfaches höher.

dpa

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