Glück im Alltag

Forscher entdecken Formel für den perfekten Tag

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Auch Zeit mit der Familie macht laut einer Studie einen perfekten Tag aus.

Bremen - Wer sich schon immer gefragt hat, wie ein perfekter Tag wohl aussehen mag, bekommt jetzt eine Antwort: Forscher haben eine Formel gefunden, die uns glücklich machen soll – neben Mittagsschlaf, Sport und gesunder Ernährung auch ziemlich banale Dinge.

Der perfekte Tag ist abwechslungsreich: 106 Minuten für die intime Beziehung, 68 Minuten Sport, 75 Minuten Essen - vor allem der häufige Wechsel macht offenbar glücklich. Das zumindest haben ein Bremer und ein US-amerikanischer Forscher in einer Studie festgestellt. Sie hatten dafür Daten einer ausführlichen Befragung von 909 berufstätigen Frauen ausgewertet. Dabei sollten diese angeben, wie viel Zeit sie am vergangenen Tag mit verschiedenen Aktivitäten zugebracht hätten und wie angenehm sie diese empfunden hätten, berichten die Forscher im Fachmagazin „Journal of Economic Psychology“ (doi:10.1016/j.joep.2012.09.015).

Aus diesen Daten sei nun erstmals ermittelt worden, wie viele Minuten ein Mensch an einem für ihn perfekten Tag mit verschiedenen Tätigkeiten verbringen würde, schreiben die Wissenschaftler. Dass dieses Ergebnis nicht nur für Frauen gelte, habe eine ergänzende Auswertung für eine gemischte Gruppe gezeigt. Zwar beinhalte der Tag bei Männern teilweise andere Aktivitäten, aber das zeitliche Grundmuster stimme bei beiden Geschlechtern überein.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass sich die befragten Frauen am wohlsten fühlen, wenn sie Zeit mit ihrem Partner, mit Freunden oder mit Entspannung verbringen“, erklären Christian Kroll von der Jacobs University Bremen und Sebastian Pokutta vom Georgia Institute of Technology. Auffallend sei aber, dass diese positiven Dinge keineswegs den Großteil des Tages einnehmen. Stattdessen seien alle Aktivitäten nahezu in gleicher Länge über den Tag verteilt.

So gehörten in den perfekten Tag ein Mittagsschlaf von 46 Minuten, 55 Minuten Fernsehen, 78 Minuten der Entspannung und 73 des Gebets oder der Meditation. Soziale Kontakte machten 82 Minuten aus, Telefonieren 57 Minuten und Zeit mit den Kindern 46 Minuten. Die den einzelnen Tätigkeiten zugeordneten Zeitabschnitte unterschieden sich im Durchschnitt nur um knapp 20 Minuten.

Der Grund dafür sei eine Art Abnutzungs- oder Gewöhnungseffekt: „Grob könnte man sagen: Das Vergnügen in der ersten Stunde einer Aktivität ist größer als das nach drei Stunden derselben Aktivität“, sagen die Forscher. So könne ein Einkaufsbummel in der ersten Stunde viel Spaß machen, nach fünf Stunden verliere aber auch er seinen Reiz. Gleichzeitig seien manche Aktivitäten gerade attraktiv, weil man so selten dazu komme.

Aber auch potenziell weniger angenehme Dinge wie Arbeit (36 Minuten), Hausarbeit (47 Minuten) oder das Pendeln zur Arbeit (33 Minuten) wurden von den Frauen in ihrem Tag untergebracht. „Das mag viele verwundern, liegt aber daran, dass der Ausgangspunkt für unsere Studie ein tatsächlicher Arbeitstag war“, erklären die Forscher. Es ging darum, die an einem normalen Tag anfallenden Tätigkeiten optimal einzuteilen, nicht einen idealen Tag von Null zu konstruieren.

„Der Unterschied zwischen der Art, wie die Menschen tatsächlich ihren Tag verbringen und wie sie einen perfekten Tag verbringen würden, zeigt, dass es viele Zwänge gibt, die dies verhindern“, schreiben die Forscher. Mit nur 36 Minuten Arbeit pro Tag könne kaum jemand seinen Lebensunterhalt bestreiten, daher sei der errechnete perfekte Tag beispielsweise eher an einem Sonntag realisierbar als an einem Montag.

Der jetzt ermittelte Zeitplan eines perfekten Tages ist aber auch kein Rezept, das man Punkt für Punkt befolgen sollte, betonen die Forscher. Denn das strikte Befolgen des errechneten Zeitplans mit einer Stoppuhr könne eher in mehr Stress als in mehr Zufriedenheit enden. Aber, so Hauptautor und Glücksforscher Kroll, „die Studie ist ein wissenschaftlich fundiertes Gedankenexperiment, das Aufschluss darüber gibt, welche Prioritäten Menschen setzen würden, um mehr Wohlbefinden zu erreichen, hätten sie die Freiheit ihren Tag selbst zu gestalten“.

dapd

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