Bedrohte Reptilien

Forscher entdecken neue Chamäleon-Art auf Madagaskar

- Bedrohte Reptilienart mit Namen Tarzan: Ein Forscherteam mit Mitgliedern der Technischen Universität Braunschweig hat eine neue Chamäleon-Art entdeckt - dessen abgeflachte Schnauze ist unter Chamäleons einzigartig.

In den Regenwäldern Madagaskars hat ein Forscherteam aus Braunschweig, München, Darmstadt und Madagaskar eine bisher unbekannte Chamäleon-Art entdeckt. Um die Aufmerksamkeit auf die besonders bedrohte Reptilienart zu lenken, haben die Wissenschaftler das Tier nach dem Dschungelhelden Tarzan benannt.

Die Expedition gehört zum Doktoranden-Projekt des Braunschweigers Philip-Sebastian Gehring, der auch der Erstautor der Artenbeschreibung ist. Er sagte am Montag: „Das Tarzan-Chamäleon soll mit seinem prominenten Namen für den Schutz dieser letzten kleinen Waldinseln werben, da diese unmittelbar durch die rasant fortschreitende Abholzung bedroht sind.“

Calumma tarzan, so der wissenschaftliche Name, bewohnt ausschließlich die Regenwälder mittlerer Höhenlagen an Madagaskars Ostküste. Das Gebiet sei bereits beinah vollkommen entwaldet.

Umso mehr war die Entdeckung der neuen Art eine große Überraschung des sechsköpfigen Teams aus Braunschweig, Darmstadt, München und Madagsgar. „Die abgeflachte Schnauze des Tarzan-Chamäleons ist unter Chamäleons einzigartig, so dass wir sofort erkennen konnten, dass wir etwas ganz besonderes vor uns haben“, sagte Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung in München, die ebenso wie die Universität Antananarivo auf Madagaskar und das hessische Landesmuseum Darmstadt an der Expedition beteiligt waren.

Neben der neuen Chamäleon-Art hätten die Forscher eine vielfältige Flora und Fauna vorgefunden, die die Einrichtung von Schutzgebieten rechtfertigen würde.

dpa

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