Medizinische Hochschule Hannover

Forscher finden Mittel gegen Herzschwäche

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Hannover - Forschungserfolg an der Medizinischen Hochschule Hannover: Wissenschaftler der MHH haben ein Mittel gegen Herzschwäche gefunden. Europaweit leiden rund zehn Millionen Menschen an chronischer Herzschwäche. Zu den Ursachen zählen dauerhaft hoher Blutdruck, krankhaftes Herzwachstum oder ein Herzinfarkt.

Wissenschaftler vermuten schon länger, dass Frauen vor der Menopause eine längere Lebenserwartung haben als Männer. Dies betrifft Erkrankungen wie Herzschwäche, Bluthochdruck, aber auch eine Aortenklappenverengung oder krankhaftes Herzwachstum. Ihr Herz wird aber nicht allein durch weibliche Hormone geschützt. Ihnen fehlen vielmehr auch männliche Sexualhormone, die einige Herzkrankheiten forcieren können, vor allem das Hormon Dihydrotestosteron (DHT).

Forscher der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben jetzt erfolgreich einen Wirkstoff getestet, der die Bildung dieses stärksten Sexualhormons im Herz von Mäusen verhindert und eine Herzschwäche sogar rückgängig machen kann. Mit dieser Substanz, Finasterid, werden normalerweise Prostataerkrankungen behandelt. Die Ergebnisse des Teams von Prof. Jörg Heinecke wurden jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Circulation“ veröffentlicht.

Die Behandlung mit Finasterid bewirkte bei Mäusen mit Herzschwäche unter anderem, dass sich Herzschwäche und Herzwachstum normalisierten und ihre Sterblichkeit sank. Sogar weibliche Mäuse profitierten von dem Medikament, was selbst die Wissenschaftler überraschte. Sie beobachteten, dass sich bei den weiblichen Mäusen mit einer Herzschwäche eine gewissen Menge des Hormons DHT im Herzen angesammelt hatte, das den krankmachenden Mechanismus in Gang setzte.

Außerdem beobachteten die Forscher, dass Finasterid einen wichtigen Signalweg unterbindet, der zur Bildung von zu viel Muskeleiweißen und damit zu krankhaftem Herzwachstum führt. Um herauszufinden, ob Finasterid auch beim Menschen wirkt, planen die Forscher jetzt eine klinische Studie. „Unsere Hoffnung ist, dass der Wirkstoff die bisherige Therapie bei Herzschwäche ergänzen kann“, sagte Prof. Johann Bauersachs, Leiter der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Das könne in einigen Jahren der Fall sein. Europaweit leiden rund zehn Millionen Menschen an chronischer Herzschwäche. Zu den Ursachen zählen dauerhaft hoher Blutdruck, krankhaftes Herzwachstum oder ein Herzinfarkt.

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