Erdstöße nach Explosion

Forscher aus Hannover registrieren nordkoreanischen Atomtest

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Dr. Christian Bönnemann vom GBR steht vor den Messungen aus dem Bayrischen Wald und einer Prognose, falls Radioaktivität auftritt. Die Kurven sind identisch.

Hannover - Nordkorea hat seine Drohung wahr gemacht und einen dritten Atomtest unternommen. Die Auswirkungen der Detonation waren bis nach Deutschland zu spüren: Die Geologen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus Hannover liefern den Beweis.

Der nordkoreanische Atomtest hat am Dienstag ein Erdbeben ausgelöst. Die seismischen Signale waren auch viele Tausende Kilometer weiter entfernt noch zu spüren – unter anderem in Deutschland. So konnten Seismologen in einer rund 8200 Kilometer entfernten deutschen Messstation im Bayerischen Wald die Explosion registrieren. Nach Angaben der in Hannover ansässigen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) schlugen die feinen Messinstrumente nach etwas mehr als elf Minuten nach der Explosion der Atombombe aus.

Das Epizentrum der Erdstöße stimmt demnach mit den ersten bestätigten Kernwaffentests in Nordkorea von 2006 und 2009 überein. Die Stärke des Erdbebens war mit einer Magnitude von 5,2 nach Angaben des BGR stärker als bei den vorangegangenen Tests. Demnach hatte die nordkoreanische Bombe eine Sprengkraft von 40 Kilotonnen TNT – das ist etwa dreimal so viel wie die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs über Hiroshima abgeworfene US-Atombombe. Bei den Test von 2005 und 2009 hatten Experten die Sprengkraft der Bomben noch mit zwei und 13 Kilotonnen beziffert.

Die Messstation des BGR im Bayerischen Wald ist Teil eines internationalen Überwachungsnetzes, das unter anderem nukleare Explosionen aufspüren soll.

frs

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