Konferenz in Sibirien

Forscher wollen Existenz von Yetis nachweisen

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In Sibirien haben sich Forscher bei der internationalen Yeti-Konferenz versammelt, um die Existenz des Schneemenschen nachzuweisen.

Moskau - Auf einer internationalen Yeti-Konferenz in Sibirien wollen Forscher die Existenz des sagenumwobenen Schneemenschen nachweisen. Skepsis lassen die Experten nicht gelten.

Es wird eng für den Yeti. Wissenschaftler aus sieben Ländern sind dem sagenumwobenen Schneemenschen bei einer Konferenz in Sibirien auf den Fersen - davon sind sie zumindest überzeugt. In der Stadt Taschtagol, rund 3200 Kilometer östlich von Moskau, präsentieren sie verblüffendes Detailwissen. „Bei uns heißt der Yeti Bigfoot und jagt Hirsche“, erklärt der kanadische Biologe John Bindernagel nach Angaben örtlicher Medien. Dagegen seien russische Yetis Vegetarier, merkt der Moskauer Experte Anatoli Fokin an: „Er liebt Hafer.“ Die Forscher planen bei der bis Samstag laufenden Konferenz einen Ausflug - und hoffen auf ein Treffen mit dem Fabelwesen.

Die Legende des Yeti ist viele Jahrzehnte alt. Seriöse Beweise für die Existenz eines solchen Wesens gibt es aber nicht. Die Expertenrunde in Sibirien nimmt ihre Forschungen dennoch ernst.

„Das Interesse am Yeti ist international geradezu explosionsartig gestiegen. In den USA wurden jetzt seine DNA-Spuren gesichert“, sagt Igor Burzew. Der russische Wissenschaftler ist Leiter dieser ersten Yeti-Konferenz im Riesenreich seit 1958. Aus Schweden, Estland, den USA, der Mongolei, China und Kanada sind Forscher angereist. Sie alle vereine ein Ziel, betont Jeff Meldram aus dem US-Bundesstaat Idaho: „Wir wollen im Terrain zumindest Spuren finden.“ Der Yeti-Fuß sei nämlich „sehr interessant gebaut“, unterstreicht der Anthropologe mit Verweis auf vermeintliche Abdrücke des Wesens im Yellowstone-Nationalpark. „Yetis heben ihre Ferse fast senkrecht an.“

Von „unschätzbarem Wert“ für die Forscher sind die vielen „Yeti-Sichtungen“ in dem Gebiet Kemerowo, in dem der Tagungsort liegt. „Er ging seltsam gebückt und war sicher kein Bär“, sagt der Jäger Sergej Karpow nach Angaben der Agentur Interfax. Und er schiebt gleich hinterher: „Ich schwöre, dass ich nicht betrunken war.“ Der Hirte Asat Chaschijew spricht von einem „menschenähnlichen Wesen mit dunkler Wolle“.

„Beweisfotos“ vom Yeti gibt es nicht - aber Augenzeugenberichte

Wildhüter installierten unlängst vor der Asass-Höhle bei Taschtagol eine Kamera mit Bewegungsmelder. Ein „Beweisfoto“ gelang aber noch nicht. Lokale Medien bezweifeln die vermeintlichen Augenzeugenberichte. „Es gibt wenig Abwechslung in Sibirien - das sorgt offenbar für blühende Fantasie“, schrieb jüngst eine Zeitung.

Auch Prominente lassen sich vom „Yeti-Fieber“ anstecken. Der russische Profi-Boxer Nikolai Walujew, Ehrengast der Konferenz, beteiligte sich im September an einer Expedition in Kemerowo. „Die Chance, einen Yeti zu treffen, ist ungefähr so groß wie das Ungeheuer von Loch Ness zu finden oder Atlantis zu entdecken“, hatte der Ex-WBA-Weltmeister dann aber eingestanden. Konferenzleiter Burzew teilt diese pessimistische Sicht nicht. Er schätzt die Zahl der Yetis allein in der Region auf „mindestens 30“. Eine seiner Theorien: Der Yeti könnte ein menschenähnliches Wesen sein, das auf der Entwicklungsstufe eines Neandertalers stehengeblieben ist.

Auch für die Gebietsverwaltung von Kemerowo ist der Schneemensch alles andere als ein Fabelwesen. Die Kommune gab sogar eine offizielle „Yeti-Warnung“ heraus. Nach den verheerenden Bränden vom Sommer 2010 seien die mysteriösen Wesen gezwungen, außerhalb der Wälder nach Futter zu suchen, hieß es darin. „Sie stehlen sogar Haustiere und machen auch nicht davor Halt, Bären das Futter wegzufressen.“ Das Fabelwesen sorgt aber auch für harte Rubel: Mit dem Verkauf von Yeti-Souvenirs verdiene sich die Kommune ein gutes Zubrot, berichtet die Zeitung „Moskowski Komsomolez“. Tourangebote für ausländische Besucher könnten folgen - als „Yeti-Safari“.

dpa

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