Wissenschaft

Gut gebrüllt, Koala!

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Auch weibliche Koalas brüllen tief, allerdings sehr viel seltener als die Männchen.

Washington - Wie kann ein so kleines Tier wie der Koala-Bär so tiefe Töne produzieren? Lange war das unklar – doch jetzt haben Forscher das Geheimnis des Brunftgebrülls entdeckt: Die Koalas haben dafür ein einzigartiges Organ.

Ein Extra-Paar Stimmlippen ermöglicht männlichen Koala-Bären ihr tieftönendes Brunftgebrüll. Experten hatten sich lange gewundert, wie ein nur acht Kilogramm schweres Tier so tiefe Töne produzieren kann - sie sind etwa 20 Mal tiefer als bei einem Tier seiner Größe zu erwarten wäre. Noch nie zuvor sei bei einem landlebenden Säugetier ein lautbildendes Organ zusätzlich zum Kehlkopf entdeckt worden, schreiben die Forscher im Fachblatt „Current Biology“. Weitere Untersuchungen müssten nun zeigen, ob es auch bei anderen Tierarten zu finden oder wirklich bei Koala-Bären einzigartig ist.

Die männlichen Koalas produzieren ihr Brunftgebrüll durch Ein- und Ausatmen, in etwa so wie Esel das auch tun. Beim Einatmen klinge das so ähnlich wie Schnarchen, beim Ausatmen eher wie ein Rülpser, erläutert Benjamin Charlton von der University of Sussex (Brighton/Großbritannien), Erstautor der Studie. Die beeindruckend tiefen Töne entstünden beim Einatmen und hätten eine Frequenz von etwa 27 Hertz. Ein solches Geräusch würde man eher von einem Elefanten erwarten, schreibt das Forscherteam, an dem auch zwei Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin beteiligt waren.

Die Forscher untersuchten die Stimmbildung der Koalas genauer, indem sie einige Exemplare der australischen Vorzeigetiere sezierten. Normalerweise werden Laute im Kehlkopf mit Hilfe der dort befindlichen Stimmlippen erzeugt. Bei den Koalas fanden die Wissenschaftler nun im Rachen ein zweites Organ zur Lautbildung, genau dort, wo Mund- und Nasenhöhle aufeinandertreffen. Das Extra-Paar Stimmlippen kann vermutlich über einen Muskel beeinflusst werden. In Experimenten mit toten Tieren konnten die Forscher die tiefen Töne nachahmen, indem sie wie beim Einatmen Luft durch Rachen und Kehlkopf saugten.

Weibliche Koalas brüllten auch tief, allerdings sehr viel seltener als die Männchen, schreiben die Forscher. Ob sie ebenfalls über das zusätzliche Organ verfügen, müssten weitere Untersuchungen zeigen. Ihres Wissens sei bisher nur von Zahnwalen ein zusätzliches lautbildendes Organ bekannt, schreiben die Forscher weiter. Es liegt in der Nase und ist für die Bildung der Klicklaute zuständig.

dpa

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