WHO-Tabakrahmenkonvention

Gesundheitsexperten empfehlen Erhöhung der Tabaksteuer

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Gesundheitsexperten haben sich dafür ausgesprochen, die Tabaksteuer weiter zu erhöhen.

Seoul - Wenn es nach Gesundheitsexperten geht, sollen die einzelnen Staaten die Tabaksteuer weiter erhöhen. Damit könne das Rauchen weiter zurückgehen. Beim Treffen der WHO-Tabakrahmenkonvention war die Besteuerung von Tabakwaren ein wichtiges Thema.

Gesundheitsexperten aus aller Welt haben eine möglichst regelmäßige Erhöhung oder Anpassung der Tabaksteuer als Mittel gegen das Rauchen vorgeschlagen. Die Maßnahme gehört zu den Leitlinien und Empfehlungen, die die Teilnehmer eines Treffens zur Umsetzung der Rahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation WHO gegen den Tabakkonsum am Samstag in Seoul beschlossen. Aus ihrer Sicht helfen höhere Steuersätze, den Verbrauch und die Verbreitung von Tabakerzeugnissen deutlich zu verringern.

Die Steuersätze sollten „regelmäßig, nach Umständen jährlich, beobachtet, erhöht oder angepasst, werden“. Dabei sollten auch Inflation und Einkommenswachstum berücksichtigt werden. „Die Erhöhung der Tabaksteuern ist besonders wichtig, um junge Menschen vor dem Beginn oder Fortsetzung des Tabakkonsums zu schützen.“ Erhöhungen der Tabaksteuer sind nicht unumstritten. Kritiker führen dagegen ins Feld, unter anderem nehme dadurch der illegale Zigarettenhandel zu.

Nicht-staatliche Organisationen begrüßten jedoch die Vorschläge der Konferenzteilnehmer zu den Preis- und Steuermaßnahmen der Konvention. Regelmäßige Steuererhöhungen seien „der direkteste Weg, den Tabakgebrauch und die Zahl der dadurch verursachten fast sechs Millionen Todesfälle zu reduzieren“, kommentierte der Leiter der Bündnisses Framework Convention Alliance, Laurent Huber.

Zum Abschluss des sechstägigen Treffens riefen die Delegierten in Seoul unter anderem auch die WHO auf, die besten praktischen Maßnahmen zur Kontrolle rauchfreier Tabakwaren und E-Zigaretten zu untersuchen. Auch soll eine bereits bestehende Arbeitsgruppe weiter Empfehlungen für Alternativen zum Tabakanbau erarbeiten.

Etwa 800 Delegierte aus über 140 Ländern hatten nach Angaben des Gastgebers Südkorea am fünften Treffen der sogenannten Vertragsstaatenkonferenz der Rahmenkonvention gegen den Tabakkonsum (FCTC) teilgenommen. In der Regel werden bei den Treffen nur Richtlinien für das 2005 in Kraft getretene FCTC erarbeitet. Diese umzusetzen, bleibt den jeweiligen Regierungen überlassen. Als wichtiger Fortschritt galt diesmal die Verabschiedung eines Protokolls gegen den illegalen Tabakhandel.

dpa

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