Menschenaffen

Glückliche Orang-Utans leben länger

London - Wer glücklcih ist, lebt länger – was für Menschen schon seit Langem klar ist, gilt auch für Orang-Utans. Die Forscher glauben allerdings nicht, dass sich positive Gefühle direkt auf die Lebenserwartung auswirken. Sie haben eine andere Theorie.

Glückliche Orang-Utans leben länger. Zumindest in Gefangenschaft hängt die Lebenserwartung der Menschenaffen eng mit ihrem Wohlgefühl zusammen. Dies berichtet ein britisch-amerikanisches Forscherteam, das 184 Tiere von Zoowärtern beobachten ließ. Die Psychologen um Alexander Weiss von der Universität Edinburgh baten die Tierpfleger von 42 Zoos unter anderem aufzuschreiben, wie oft die Orang-Utans gute Laune hatten oder wie gesellig sie waren.

Während der folgenden sieben Jahre seien 31 der Tiere gestorben, berichten die Forscher in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society. Je wohler sich die Tiere zu Beginn der Studie fühlten, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass sie am Untersuchungsende noch lebten. Auf der siebenstufigen Skala zur Zufriedenheit senkte eine Steigerung um einen Punkt das Sterberisiko um 42 Prozent. Den Berechnungen der Forscher zufolge entsprach dies einem Altersunterschied von rund 5,7 Jahren.

Auch glückliche Menschen leben länger

Das Resultat deckt sich mit Studien, denen zufolge glückliche Menschen ebenfalls länger leben. Allerdings glauben die Psychologen nicht, dass positive Gefühle direkt die Lebenserwartung erhöhen. Vielmehr vermuten sie, dass bestimmte Gene sowohl zur Gesundheit als auch zum Wohlbefinden beitragen. Möglicherweise könne Unzufriedenheit aber auch ein Zeichen von Stress oder schon ein erster Hinweis auf versteckte Krankheiten sein.

Unabhängig davon zeigt die Studie, dass Zoowärter das Seelenleben von Menschenaffen offenbar recht zuverlässig einschätzen können. Dies könnte künftig den Schutz solcher Tiere verbessern, meinen die Forscher. Schwermütige oder launische Affen könnten durch systematische Befragungen identifiziert und dann besonders sorgfältig untersucht werden.

jhe/dpa

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