Meteoritenschwall

Goldregen aus dem All

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Foto: Ein Meteorit über dem US-Bundessaat Washington.

- Aus dem All kamen nicht nur Gesteinsbrocken, sondern vermutlich auch Gold und andere Edelemtalle. Britische Forscher haben neue Hinweise dafür geliefert, dass ein Meteoritenschwall die Edelmetalle auf die Erde gebracht hat.

Gold und andere Edelmetalle auf der Erde kamen vermutlich aus dem All. Britische Forscher haben weitere Hinweise dafür gefunden, dass ein Schwall von Meteoriten vor knapp vier Milliarden Jahren auf die Erde niederging und diese Metalle mitbrachte. Wie die Geochemiker von den Universitäten Bristol und Oxford im Fachmagazin „Nature“ vom Donnerstag berichten, war der äußere Teil der Erde vor dem vermeintlichen Meteoritenbeschuss anders zusammengesetzt als danach. Nach den gängigen Theorien traf ein Meteoritenschwall die Erde, nachdem sie sich vollständig in einen Kern und einen Mantel unterteilt hatte. Angeblich sind einige Auswirkung der Meteoriten für jeden sichtbar: Viele Krater auf dem Mond sollen darauf zurückgehen.

Geologen haben ein Problem: Der Mantel der Erde enthält zumindest theoretisch zu viele Edelmetalle. Denn in der frühen Entwicklung der Erde, als sie noch heiß und größtenteils flüssig war, hat sie sich in zwei Bestandteile aufgetrennt und zwar in einen metallischen Kern und einen gesteinsreichen Mantel. Allen Berechnungen und Experimenten zufolge sollten in dieser Phase sämtliche bis dahin vorhandenen Gold- und anderen Edelmetallvorräte mit in den Erdkern versunken sein. Dem ist aber nicht so: Wie unser Goldschmuck beweist, finden sich Edelmetalle auch im Erdmantel. Wissenschaftler spekulieren daher, dass ein Meteoritenschwall die Edelmetalle auf die Erde brachte, nachdem sich Erdkern und -mantel bereits geformt hatten.

Forscher nahmen Wolfram unter die Lupe

Geochemiker Matthias Willbold (Bristol) und seine Kollegen haben jetzt Gesteinsproben aus Grönland untersucht, die noch aus einer Zeit vor dem mutmaßlichen Bombardement stammen. Die Forscher haben darin das Metall Wolfram unter die Lupe genommen, das in zwei unterschiedlichen Formen, sogenannten Isotopen, vorkommen kann. Ergebnis: In dem Grönland-Gestein ist das Verhältnis der beiden Wolframformen anders als im restlichen Erdmantel - ein späterer Meteoritenbeschuss „liefert die logischste Erklärung“ dafür, heißt es in „Nature“.

Da das untersuchte grönländische Gestein noch bis in eine Zeit vor dem mutmaßlichen Meteoritenbeschuss zurückreicht, sollte man erwarten, dass es so gut wie keine Edelmetalle enthält - zumindest sehr viel weniger als der Rest des Erdmantels. Dem ist jedoch nicht so. Die Gründe dafür sind nach wie vor ein Rätsel.

jhe/dpa

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