Blühender Titanwurz

Größte Blume der Welt verbreitet heftigen Gestank

- Die größte Blume der Welt hat am Samstag im Botanischen Garten in Berlin ihren Blütenkelch geöffnet. Etwa drei Tage lang dauert das blühende Spektakel, das nur alle paar Jahr zu sehen ist. Der Nachteil an dem seltenen Ereignis: es stinkt gewaltig.

Die größte Blume der Welt ist am Samstag im Botanischen Garten Berlin nach langem Warten aufgeblüht. Der riesige Kelch des Titanenwurz (Amorphophallus titanum) begann sich majestätisch langsam, Zentimeter für Zentimeter, am Samstagmittag zu entfalten. Gleichzeitig verströmte die äußerst seltene tropische Pflanze, die aus Indonesien stammt, einen intensiv stinkenden Aasgeruch. Das bestätigte die Sprecherin des Botanischen Gartens, Gesche Hohlstein.

Drei Tage lang sei nun das Blühspektakel zu sehen und ein besonderer Trick der Natur zu riechen. Mit dem Faulgestank werden Fliegen in den Blütenstand gelockt, die die Blüten bestäuben. In den Stunden nach der Öffnung und in der ersten Nacht rieche es am unangenehmsten.

In den vergangenen Tagen hatte sich der Blütenstand rasant entwickelt und inzwischen eine Höhe von 1,99 Metern erreicht. Die Experten im Botanischen Garten hatten das Ereignis der Blüte eigentlich schon in der vergangenen Woche erwartet. Doch die Pflanze ließ sich Zeit.

Nun werde sich der Kelch, ein großes Hochblatt (Spatha) langsam vollständig öffnen. Der Kelch umgibt den großen Kolben (Spadix) wie ein hochfliegender Rock. Am zweiten Blühtag werde sich dann das Hochblatt wieder langsam schließen. Am dritten Tag nach der Blüte ist das Schauspiel vorbei, der Blütenstand welkt, und der Kolben bricht in sich zusammen.

Mit dem Aasgeruch, der den Besuchern einiges abverlangt, werden in der Natur Fliegen angelockt, die für ihre Eiablage eigentlich einen verwesenden Tierkadaver suchen. Im Blütenstand des Titanenwurz finden die Fliegen keinen geeigneten Brutplatz - aber sie bestäuben die Blüten, die sich zu Hunderten am Kolben befinden, teilte der Botanische Garten mit.

Die Titanenwurz gehört zur Familie der Aronstabgewächse. Sie bildet eine unterirdische Knolle, die über 100 Kilogramm schwer werden kann. Erst nach mehreren Jahren kann aus der Knolle eine bis zu drei Metern hohe kolbenförmige Blüte hervorgehen. Nach dem Guinness Buch der Rekorde ist es die größte Blume der Welt. Ihr Höchstmaß liegt bei 2,94 Meter, erreicht in der Wilhelma Stuttgart im Jahr 2005. In der Natur ist die 1978 von einem italienischen Botaniker in Sumatra entdeckte Pflanze stark gefährdet.

dpa

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