Nach dem Unwetter

Was tun bei Hagelschäden an Auto und Haus?

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Foto: In Sehnde sind viele Dächer durch den Sturm beschädigt worden.

Hannover - Eingedellte Autodächer, zersplitterte Windschutzscheiben, beschädigte Dächer – die Liste der Schäden nach dem Hagelsturm vom Wochenende ist lang. In jeden Fall lohnt es sich Reparaturen mit der Versicherung abzusprechen, oftmals zahlen diese bei Sturmschäden.

Für durch Hagel zerstörte Dächer, zerbrochene Fensterscheiben oder demolierte Fassaden zahlt die normale Wohngebäudeversicherung. Geschädigte sollten sich möglichst schnell an ihre Versicherung wenden. Experten raten auch dazu, Sofortmaßnahmen wie die Notreparatur eines Daches oder die Entfernung eines umgestürzten Baumes mit der Versicherung abzusprechen. Betroffene sollten aber nicht sofort nach dem Sturm mit dem Aufräumen beginnen. Denn zerbrochene Glasscheiben und demolierte Gegenstände müssen für die Versicherung dokumentiert werden.

Beschädigte Gegenstände am Haus werden zum Schadensnachweis am besten aufbewahrt. Ist das nicht möglich, werden sie fotografiert oder gefilmt. Ist das Haus beschädigt, sollten die Nachbarn außerdem als Zeugen ein Protokoll anfertigen. Der Liste werden Einkaufsbelege der beschädigten Gegenstände beigelegt. Sind diese nicht mehr vorhanden, sollten Hausbesitzer das Protokoll aus dem Gedächtnis ergänzen. Hilfreich ist dann, zumindest den Anschaffungszeitpunkt und den ungefähren Neupreis anzugeben. Von den Papieren sollten Betroffene vor dem Absenden an die Versicherung eine Kopie für die eigenen Unterlagen machen.

Bersten Scheiben durch Hagel oder im Wind, ist die Wohngebäudeversicherung zuständig – wobei Sturmschäden nach Angaben der Verbraucherzentrale erst ab Windstärke acht abgesichert sind. Für weitere Schäden – fällt etwa ein abgeknickter Baum auf das Hausdach oder gehen Gartenmöbel zu Bruch – kommt die Hausratversicherung auf. Eine Elementarschadensklausel in den Verträgen gleicht Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder Lawinen aus. Allerdings muss diese Vertragsoption gesondert abgeschlossen werden.

Hagel- und Sturmschäden am Auto sind nach Angaben des Bundes der Versicherten (BdV) mitversichert, wenn mindestens eine Teilkaskoversicherung besteht. Fällig wird dann nur der Selbstbehalt. Das gilt sowohl für Dellen im Lack als auch für zerstörte Scheiben. Haben Autobesitzer nur eine Haftpflichtversicherung, gehen sie leer aus. Wer im Lack von weißen oder silberfarbenen Autos bisher keine Dellen entdeckt hat, sollte noch einmal genau hinschauen. Auch auf schmutzigen Autos sind Hagelschäden nicht immer gut zu erkennen. In der Regel wird der Versicherte auch nicht in der Schadenfreiheitsklasse hochgestuft, erklärt der TÜV Nord. Für die Reparatur der Schäden wenden sich Autofahrer am besten an zertifizierte Betriebe, die mit den Autoherstellern und Versicherungen zusammenarbeiten.

Wenn der Lack nicht beschädigt ist, werden die Dellen in der Regel von der Rückseite des Blechs mit speziellen Hebeln herausgedrückt oder mit dem Hammer herausgeklopft. Diese Technik wird bereits seit einigen Jahren in den Werkstätten angewendet. Eine weitere Technik, die den Lack nicht beschädigt, ist der Einsatz von Heißklebern. Dabei wird erst eine Zugöse in die Delle geklebt und diese anschließend vorsichtig herausgezogen. Der Fachmann wiederholt die Prozedur, bis das Ergebnis optisch einwandfrei ist. In der Regel wird der Versicherte auch nicht in der Schadenfreiheitsklasse hochgestuft, erklärt der TÜV Nord. Für die Reparatur der Schäden wenden sich Autofahrer am besten an zertifizierte Betriebe, die mit den Autoherstellern und Versicherungen zusammenarbeiten.

Ratgeber zu Sturmschäden beim Verband Privater Bauherren als Download (PDF).

mak/dpa/frs

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