Pharaonin

Hatschepsut könnte sich zu Tode gecremt haben

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Eine Salbe mit krebserregenden Substanzen hat möglicherweise den Tod der ägyptischen Pharaonin Hatschepsut verursacht.

- Eine Salbe mit krebserregenden Substanzen hat möglicherweise den Tod der ägyptischen Pharaonin Hatschepsut verursacht. Rund 3500 Jahre später glauben Bonner Wissenschaftler, das Geheimnis eines Flakons gelüftet zu haben.

Starb die berühmte ägyptische Pharaonin Hatschepsut durch eine krebserregende Lotion? Darauf deute der Inhalt eines kleinen Flakons hin, meinen Bonner Wissenschaftler. Ihren Untersuchungen zufolge enthielt die Hautcreme auch krebserregende Substanzen. „Jetzt kennen wir ihre mögliche Todesursache“, sagte der Bonner Ägyptologe Michael Höveler-Müller am Freitag in Bonn bei der Präsentation des unscheinbaren Flakons und den Forschungsergebnissen. Hatschepsut lebte um 1450 vor Christus und regierte etwa 20 Jahre als erste Herrscherin.

„Wir haben nach dreieinhalb Jahrtausenden das Geheimnis des Flakons gelüftet“, sagte Höveler-Müller. Es sei schon bekannt gewesen, dass Hatschepsut Krebs und auch andere Krankheiten wie Gicht und Diabetes hatte. Die Salbe könne den Krebs ausgelöst und auch zu ihrem Tod geführt haben. Die Pharaonin sei eine außergewöhnliche Frau gewesen, die sich in einer Männerwelt durchgesetzt habe und sich auch an der Macht hielt. Sie sei wohl etwa 35 Jahre oder einige Jahre älter geworden.

Das etwa 15 Zentimeter hohe und noch verschlossene Originalbehältnis mit langem Flachhals war den Angaben zufolge zunächst geröntgt worden. Dabei wurden eingetrocknete Reste der Originalflüssigkeit am Rand festgestellt. In einem Operationssaal der Bonner Uniklinik wurden in einem endoskopischen „Eingriff“ winzige Proben entnommen. „In dem Fläschchen war kein Parfüm, sondern eine Art Hautpflegelotion oder auch Medikament für eine möglicherweise von Ekzemen geplagte Monarchin“, sagte Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. „Möglicherweise hatte sie Schuppenflechte.“

Die Flüssigkeit mit Palmöl und Muskatnussöl und ungesättigten Fettsäuren war allerdings nicht harmlos: Sie enthielt auch Teer - bis heute werden teerhaltige Medikamente bei Hauterkrankungen eingesetzt - und Benzo(a)pyren. Das sind krebserregende Substanzen.

Das Fläschchen gehörte laut einer Inschrift der Pharaonin. Eine Fälschung sei „absolut ausgeschlossen“, sagte Höveler-Müller, der auch Kustos des Ägyptischen Museums der Universität Bonn ist. Der Flakon stammt aus einer privaten Sammlung und wurde nach Angaben eines Vertreters des Eigentümers auch mit offizieller Erlaubnis des ägyptischen Staates exportiert.

dpa

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