Rekord

Immer mehr Seehunde im Wattenmeer

+
Immer mehr Seehunde leben im Wattenmeer.

Oldenburg - Noch nie haben sich so viele Seehunde wie derzeit im Watt zwischen Ems und Elbe getummelt: 7416 Tiere zählten die Beobachter bei Kontrollflügen in diesem Sommer. Das ist eine gute Erholung seit dem Seehundsterben vor ein paar Jahren.

Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1958 wurde damit der bisherige Spitzenwert aus dem Vorjahr von 6623 Tieren um knapp 800 übertroffen, teilte das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) am Donnerstag in Oldenburg mit.

Bei den Jungtieren sei der Bestand im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich. Die Seehunde machten einen gesunden sowie gestärkten Eindruck und hätten keine Anzeichen von Erkrankungen.

Erst vor neun Jahren hatte die Entwicklung noch dramatisch ausgesehen: Ein großes Seehundsterben grassierte an der Küste - als Folge einer Viruserkrankung wurden 3851 Seehunde tot entdeckt. Zuvor hatten sich rund 6500 Tiere im niedersächsischen Bereich aufgehalten.

2004 lag der Bestand bei etwa 4000 Seehunden, darunter 1000 Jungtiere. 2005 waren es bereits 4837 Tieren (1176 Jungtiere). Seitdem ging der Trend weiter nach oben. Mit derzeit 1606 Jungtieren liegt dieser Wert nur leicht unter der Vorjahreszahl (1648).

Seehundzählen funktioniert nur bei Niedrigwasser während der Zeit der Jungtieraufzucht und des Haarwechsels. Dann liegen die Tiere auf den Sandbänken zwischen der Küste und den Inseln. Drei Kleinflugzeuge starten gleichzeitig ab Emden, Mariensiel bei Wilhelmshaven und Luneplate bei Bremerhaven.

Das Laves in Oldenburg koordiniert das jährliche Monitoring. Es ist Teil eines internationalen Schutzabkommens, an dem sich Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Dänemark und die Niederlande beteiligen. Eine genaue Analyse der Daten für den gesamten Seehundbestand im Wattenmeer zwischen Den Helder und Esbjerg ist im September durch die trilaterale Expertengruppe geplant.

In Niedersachsen wird bereits seit 1972 vom Flugzeug aus gezählt. Finanziert werden die jährlichen Flüge aus den Jagdabgabemitteln der Jägerinnen und Jäger. Auch in diesem Jahr haben mehrere niedersächsische Jäger das Zählen ehrenamtlich übernommen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare